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von Vera Firmbach
Veröffentlicht am 03.07.2009 Artikel drucken
Die reiheM startet nach der Sommerpause mit einem außergewöhnlichen Musik-Filmprogramm in die 2. Jahreshälfte:
Luc Ferrari & Gérard Patris: Les grandes répétitions.
Momente de Karheinz Stockhausen (F 1965, 45 Min., dt. Fassung)
Cecil Taylor ou la découverte du free jazz (F 1966, 30 Min., dt. Fassung)
Freitag, 28. August 2009
Einlass: ab 21 Uhr
Filmstart: 21.30
Ort: Dachterrasse des Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz 50667 Köln
Bei Regen: Kino im Museum Ludwig
Eintritt: 5,- €
Luc Ferrari war ein Komponist, der filmte und ein Filmer, der komponierte. Hier wie da arbeitet er mit Originalton, schneidet er mit Verve und verknüpft er mit subtilem Sinn für Rhythmus. Seine Filme über Musiker gewinnen dadurch eine Intensität, der sich kein Zuschauer entziehen kann. Sie sind, kurz gesagt, selbst Musik.
Unter dem Titel „Les grandes répétitions“ (Die Generalproben / Die großen Wiederholungen) hat Ferrari in den sechziger Jahren etliche seiner Lieblingsmusiker
porträtiert: Olivier Messiaen, Edgar Varèse, Hermann Scherchen, Karlheinz Stockhausen und Cecil Taylor.
Diese Porträts, die über den gewöhnlichen Dokumentarfilm weit hinausgehen, haben Fernsehgeschichte geschrieben. Viele der Porträtierten waren in ihnen zum ersten Mal im französischen Fernsehen zu sehen, ihre Musik wurde zum ersten Mal von einem großen Publikum wahrgenommen.
In der reiheM präsentieren wir die bei uns kaum bekannten Filme über Stockhausen
und Taylor. Wer sie gesehen hat, wird zugeben, dass Stockhausen selten inspirierter,
Taylor selten angriffslustiger zu erleben war.
Ferraris Filmteam begleitet Karlheinz Stockhausen 1965 bei den Proben zu seinem
Stück „Momente“ in Köln. Stockhausen scheint die Musiker, scheint die Kamera
verhexen zu wollen. Er habe, erklärt er, die Erzählungen satt, die Anfänge, die Enden,
die Hoffnungen, er suche die Momente. Ferrari schneidet vom Maestro zur Musik und
zurück und verfertigt dadurch ein neues Stück – sein eigenes.
Cecil Taylor wütet über sein Klavier, sitzt aber auch ganz entspannt und stolz „across
the railroad tracks“, im schwarzen Teil des Landes. „Was“, ruft ihm Ferrari zu, „halten
Sie von Bach, von Cage, von Stockhausen?“ Darauf Taylor: „Sie mögen nicht dieselben Sachen, lesen nicht dieselben Bücher, essen nicht dieselben Speisen wie wir. Sie gehören nicht zu uns.“
Ferraris Porträt von Taylor ist so kompromisslos wie dieser große Free Jazzer selbst.
Weitere Informationen und Filmausschnitte unter:
www.lucferrari.org/fr/films/devfilms.swf
www.reihe-m.de