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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Uli Hoffelder

Veröffentlicht am 28.06.2006     Artikel drucken

lichtzeichen.raumklänge mit Ingo Bracke bei KM570

lichtzeichen.raumklänge - Ingo Bracke

Der Kunstverein Mittelrhein e.V. zeigt in Kooperation mit dem Kunstprojekt wolkenhain.aktionen.06 installative Interventionen von Ingo Bracke für die (gründerzeitliche) Villa Belgrano an der Rheinpromenade in Boppard.

Vernissage am Fr. 16. Juni 2006 von 20.30 bis 23.00 Uhr

Einführung: Kunsthistorikerin Claudia Luxbacher MA, Frankfurt Performance: Bernd Wegener (Klang), Ingo Bracke (Zeichnung) - Temporäre audiovisuelle Arbeiten im Innenraum.

Licht.Klanginstallation im Außenraum: 16. Juni bis 23.Juli

Täglich ab Einbruch der Dunkelheit.


Rheinromantik und Kurbetrieb in der Bildenden Kunst

Der Ausstellungsort, die Villa Belgrano war ursprünglich als Sommersitz gebaut worden und wurde später lange Zeit als Sanatorium genutzt. Für diese Funktionen der Erholung war das Rheintal als Ort mit Bedacht gewählt worden.

Die umgebende Parklandschaft der Villa und die Weite des Blicks in das Rheintal gepaart mit der Kulisse der vorbei treibenden Wasserfluten verstärken den Eindruck von Idylle und romantischer Ideallandschaft. In seiner Arbeit für die Villa Belgrano greift der Künstler Ingo Bracke diesen Bezug auf und thematisiert beides: Rheinromantik und Kurbetrieb.

Ingo Bracke gehört zu der zweiten Generation der noch jungen Sparte der audiovisuellen Kunst, die mit akustischen und bildnerischen Medien arbeitet. Er studierte an den Kunsthochschulen in Barcelona, Bratislava und Saarbrücken. Im Frühjahr 2006 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab und wurde zum Meisterschüler von Prof. Christina Kubisch, einer der Mitbegründerinnen der Klangkunst in Deutschland, ernannt.

In seiner aktuellen Arbeit bindet er Artefakte aus dem Kuralltag ein in die Komposition einer klanglichen Natur und Kunstwelt. Ausgehend vom konkreten Klangmaterial des Flusses, dem Plätschern und Fließen des Rheinwassers, formt er die Belletage der Villa zu klingenden Räumen.

Dabei verfremdet er die Naturklänge und verwebt sie mit orchestralen Schwebungen aus dem Werk Richard Wagners.
Die Klangwelten Wagners werden im Rheintal verortet und der jetztzeitigen Klangwirklichkeit entgegen gestellt.

In der nächtlichen Lichtinstallation erscheint das Neorenaissance Gebäude romantisch verfremdet. Die Deckenspiegel der historistischen Räume sind durch
Lichtzeichnungen überschrieben. Das Rheintal durchschneidet auf ganzer Breite ein Lichtstrahl, der seine Zeichen auf die Schieferformationen des gegenüberliegenden Ufers wirft.

Durch Lichtzeichnung und klangräumliche Kompositionen wird der Topos Rhein verortet und künstlerisch interpretiert.

Zur Eröffnung am Freitag dem 16. Juni 2006 ab 20.30 Uhr spricht die Kunsthistorikerin Claudia Luxbacher MA.

Der Klangkünstler Bernd Wegener und der Countertenor Ralf Peter werden eine Performance durch die Räume der Villa und den Garten zeigen.



WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

wolkenhain.aktionen.06 ein intermediales Kunstprojekt

Die „wolkenhain.aktionen.06" sind ein interdisziplinäres Kunstprojekt, eine Plattform zur Begegnung von Künstlern unterschiedlicher Handschriften und Sparten. Sie sind
nicht örtlich gebunden sondern entdecken immer wieder neu die Ausstellungsorte selbst als „Kunstorte" und machen sie zum Thema der künstlerischen Auseinandersetzung.

Beginnend im Jahr 2001 um Burg Frankenstein eroberten sich die Mitwirkenden mit dem Künstlerischen Projektleiter und Installationskünstler Ingo Bracke pittoreske und
bizarre Natürliche Orte wie Steinbrüche, Wälder, Täler oder etablierte Kulturstätten wie die Apostelkirche Kaiserslautern oder die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben.

Die Aktionen umfassen Ausstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungsformen, die einen anspruchsvollen Aspekt der vom Kultursommer Rheinland-Pfalz ausgegebenen Themen reflektieren. In diesem Jahr liegt der thematische Fokus auf dem Topos „Rhein".

Der Name „wolkenhain" ist Programm. Er lässt Harmonie mit und in der Natur, wechselnde Witterungsstimmungen und Poesie assoziieren. Nicht zuletzt liegt der besondere Reiz der Aktionen darin, dass hochtechnisierte Werkmittel nicht in realitätsfernen Kunsträume, sondern an natürlichen und historische Schauplätzen getragen werden und dort kaum vermutete Zusammenhänge eröffnen und zwischen
ästhetischen Ausdrucksformen Brücken schlagen.

Insofern verstehen sich die „wolkenhain.aktionen" als lebendiger Prozess in der Verbindung zu kulturellen
Wurzeln und der Eroberung von Natur als Kunstraum.


Ingo Bracke

Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Maler und Lackierer an der Meisterschule Kaiserslautern studierte Ingo Bracke (Innen-) Architektur und Szenografie in Kaiserslautern und Hannover. Seine Abschlussarbeit über Thomas Mann erarbeitete er als Stipendiat des DAAD an der Theaterakademie in Barcelona. Sein anschließendes Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, in der Klasse für Audiovisuelle Kunst bei Prof. Christina Kubisch, schloss er zum Thema licht.zeichnung mit Auszeichnung ab und wurde zum Meisterschüler ernannt.

Licht ist sein bevorzugtes bildnerisches Medium, das er vor allem in ortsbezogenen audiovisuellen Installationen verwendet. Er ist ein interdisziplinärer arbeitender Künstler, der durch seine große Sensibilität für die immateriellen Bereiche von Klang und Licht, immer wieder neu zu überzeugenden Umsetzungen in seine künstlerischen Projekten verschiedenster Art findet.

Weitere Informationen unter www.wolkenhain.de


Die Villa Belgrano - Von der Sommervilla zum Ort für die Kunst

"Belgrano" war 1890 als repräsentativer Sommersitz von einem wohlhabenden Bopparder mit Argentinien-Beziehungen erbaut worden. Sie gilt als die schönste Neorenaissance-Villa in Boppard. Seit dem Jahr 2000 steht das aus gelbem Ziegelblender und rotem Sandstein gebaute Anwesen unter Denkmalschutz. Das
architektonisch aufwändig gestaltete Gebäude umgibt ein herrlicher Park.

Die unverbaute Rheinlage ist von einer großen Terrasse aus zu genießen. Nach ihrer privaten Nutzung wurde das Anwesen in ein Sanatorium umgewandelt. Seit 2003
steht die Villa Belgrano exklusiv dem Kunstverein Mittelrhein für Kunstausstellungen zu Verfügung, bis der derzeitige Besitzer, das Stiftungsklinikum Mittelrhein, ein neues Nutzungskonzept verwirklicht.

Während der Sommermonate finden regelmäßig Ausstellungen und andere kulturelle Ereignisse statt.


Der Kunstverein km570

Das Kürzel „km570" beinhaltet sowohl den Kunstverein Mittelrhein als auch den in Boppard gelegenen Rhein-Kilometer 570. Er gehört zu den jüngsten Kunstvereinen Deutschlands und hat in der relativ kurzen Zeit seines Bestehens schon einiges an Erfolgen aufzuweisen.

Erklärtes Ziel ist es seit 2004 am gesamten Mittelrhein, von Bingen bis Koblenz, Kunst zu fördern und den Menschen näher zu bringen.

Uli Hoffelder, der 1. Vorsitzende, sieht es als eine der wesentlichen Aufgaben des Kunstvereines Mittelrhein an, Gruppen- und Einzelausstellungen sowie Kunstprojekte zu organisieren. Er beschränkt sich dabei nicht nur auf die Aufgaben eines klassischen Kunstvereins, sondern wirkt auch in Hinblick auf eine Künstlervereinigung und eine Produzentengalerie.

Kooperationen mit Einrichtungen der Stadt Koblenz (Kulturbüro, Kulturdezernat, VHS) und des Landes Rheinland-Pfalz (Kultursommer, Ministerium für Kultur, Landtag) finden regelmäßig statt. Der Verein führt im Austausch talentierte Künstler in Einzel- und vor allem auch Gruppenausstellungen nach außen und repräsentiert so auf künstlerische Art die Region des Mittelrheines.

Von besonderer Bedeutung sind die regionalen und überregionalen Kontakte zu gleichgesinnten Institutionen wie Galerien, Kunst- und Künstlervereinen in Koblenz, Mainz und Umgebung. Präsentiert wird über den Mittelrhein hinaus sowohl rheinland-pfälzische als auch überregionale Gegenwartskunst bei gezielter Förderung der Künstler des Kunstvereins. www.KM570.de


Texte: Ingo Bracke/Uli Hoffelder


Kontakt
Kunstverein Mittelrhein e.V. - KM 570
Alte Synagoge
56154 Boppard

info@km570.de
http://www.km570.de
Telefon: (06742) 81 421

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