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von Milena Schlösser
Veröffentlicht am 03.08.2005 Artikel drucken
Antike Rahmen gehören zu den Geheimfächern der Kunstgeschichte. Als wissenschaftliches Fachgebiet in ihrer hermeneutischen Wirksamkeit vernachlässigt, spielen sie auch auf dem Kunstmarkt nur eine marginale Rolle.
Häufig für die Bewertung entrahmt, versuchen die Objekte im Auktionskatalog ungerahmt ihre Käufer zu finden. Und auch in Kunstkatalogen haben wir uns an ungerahmte Abbildungen gewöhnt. Selbst die stilgeschichtliche Betrachtung von Gemälden vernachlässigt die bedeutsamen Hinweise, die von originalen Rahmen ausgehen können.
Wer weiß schon genau, z.B. nach einem Besuch in der Gemäldegalerie, wie die Rahmen der Bilder von Rubens, Velázquez, van Gogh oder Picasso aussahen? Welche Form – welche Farbe hatten sie? Welche Art von Rahmen war für welches Bild gewählt worden? Waren die Gemälde in moderne oder antike Rahmen eingefasst? Gab es überhaupt einen Rahmen? Könnte der Rubens nicht auch in eine industriell angefertigte "Berliner Leiste" gefasst sein? Und was ist eigentlich ein Stand- oder Wechselrahmen? Und was ein Falzmaß, Leichtes Maß oder Ausmaß?
Diesen und weiteren Fragen wird der dreitägige Workshop "Alles um-Rahmen" nachgehen. Olaf Lemke (Berlin) und Thomas Knöll (Basel) gehören als Händler und Sammler zu den ausgewiesenen Kennern der überschaubaren, internationalen Szene.
In Form eines objektbezogenen Fachdialogs öffnen sie für die Teilnehmer die „Geheimfächer“ dieses bisher vernachlässigten Sammelgebietes. In einer ersten objektbezogenen, historischen Annäherung (16. August) werden Beschreibungsformen, Fachtermini (siehe Tagungsunterlagen), materialkundliche Aspekte, Datierungsfragen und Marktfaktoren thematisiert.
Am zweiten Tag (17. August) geht es um das Verhältnis von Gemälde und Rahmen, sowie deren ästhetische, rhetorische und hermeneutische Wechselwirkungen.
Der dritte Tag (18. August) führt in eine bedeutende Berliner Sammlung, in deren Präsentation die Rahmenauswahl eine wichtige Rolle spielt.
Der dreitägige Workshop richtet sich an Kunsthistoriker ab dem Grundstudium, Kunstsachverständige, Restauratoren sowie an Sammler und Kunstberater, die sich einen Überblick über dieses Spezialgebiet verschaffen möchten. Eingeladen sind auch Personen mit privatem Fachinteresse.
Kontakt: Praxisforum Berufsorientierung, Verena Voigt, Tel.: 02547-934 934, Mobil: +49-0160 150 39 64
www.praxisforum-berufsorientierung.de
Termin: 16./17./18. August 2005
Ort: Antike Rahmen, Inh. Olaf Lemke, Eisenacherstr. 7, 10777 Berlin, 1. OG
Leitung: Olaf Lemke, Antike Rahmen (Berlin)/ Thomas Knöll, Antike Rahmen (Basel)
Partner: Praxisforum Büro Berlin