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von aspektmedia
Veröffentlicht am 26.04.2007 Artikel drucken
"Die Lange Nacht", eine Sendereihe, die jeden Samstag ab 0.05 Uhr in Deutschlandradio Kultur und zeitversetzt ab 23.05 Uhr im Deutschlandfunk ein Thema präsentiert. Nächsten Samstag wird eine Lange Nacht vom Erinnern und Vergessen gesendet
Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich an jeden einzelnen Parkplatz erinnern, an dem Sie Ihr Auto jemals abgestellt haben - und zwar ganz exakt, als wenn es gerade geschehen wäre: Alle Bilder würden sich überlagern.
Wenn unser Gehirn alles gleich wichtig nehmen würde, könnten wir das Gestern nicht mehr vom Heute unterscheiden und Sie würden morgen Ihr Auto nicht mehr wieder finden.
Erinnern heißt auswählen, und vergessen ist dabei das Wichtigste. Was bedeutet das aber auf unser gesamtes Leben bezogen? Wenn unser Gehirn auswählt und wegwirft, können wir uns dann auf unsere Lebenserinnerung verlassen?
"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er, oft unter gewaltigen Opfern, für sein Leben hält." (Max Frisch) Wir meinen, uns auf das verlassen zu können, was wir mit eigenen Augen gesehen haben. Aber die Bestandteile unserer Wahrnehmung, ob gesehen, gehört, gerochen oder gefühlt, werden in jedem neuen Erinnerungsprozess neu zusammengesetzt und rekonstruiert.
Das geht so weit, dass wir uns an Dinge erinnern, die so nie passiert sein können. Mit dieser Erkenntnis liest man Autobiografien mit anderen Augen. Das Wissen um die Besonderheiten der Erinnerung wirft ein anderes Licht auf Geschichtsbücher, es kann das Zuhören und das eigene Erzählen verändern.
Almut Schnerring und Sascha Verlan haben nachgefragt bei Menschen, die sich mit dem Phänomen der Erinnerung beschäftigen: bei Historikern, Psychologen und bei Kognitionswissenschaftlern, bei Schriftstellern, Biografen und Kulturwissenschaftlern.
Sie haben sie nach ihren Erkenntnissen gefragt, aber auch nach ihren eigenen Erinnerungen. Eine Lange Nacht, die dem Wesen der Erinnerung und des Vergessens nachgeht und die zugleich Anlass und Anreiz sein möchte, sich selbst zu erinnern.
Zu den Live-Streams:
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandfunk