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von Gabriele Busse
Veröffentlicht am 15.08.2007 Artikel drucken
Köln. Fester Termin auf der Agenda der Kunstwelt im Rheinland ist im Herbst die ART.FAIR 21. Bekannt als pulsierendes Kulturereignis, setzt die Kunstmesse 2007 auf eine stärkere Beteiligung renommierter Galerien. In einer spannenden Übersichtsschau auf geschärftem Niveau gibt die ART.FAIR 21 vom 1. bis 4. November 2007 (Vernissage am 31. Oktober) einen frischen dynamischen Einblick in aktuelle Kunsttrends.
Die Fähigkeit zur Steigerung und flexibler Anpassung auf ein stetig wachsendes Publikum machte die ART.FAIR 21 in den letzten fünf Jahren auf dem Kunstmarkt zu einer festen Größe. In diesem Jahr legt die Messe für aktuelle Kunst die Messlatte hoch. Die Mischung aus jungen, unbekannten Galerien und etablierten, namhaften Ausstellern ist neu arrangiert und demonstriert einen gehobenen Anspruch.
Sammler, Kuratoren, Kunstliebhaber und –Flaneure dürfen hier neue Impulse aus der aktuellen Szene junger Kunst erwarten. Preisträger und Biennale-Künstler wecken auf der ART.FAIR 21 nicht nur die Lust am Kaufen und Entdecken. Junge, zeitgenössische Kunst ist im Aufwind. Das zeigt der erste Überblick über das Ausstellungsprogramm.
ART.FAIR 21 - VORSCHAU
Einen überraschenden Auftritt bieten die Skulpturen von Annette Streyl. Die Galerie Levy (Hamburg) zeigt Strick- und Steinplastiken der jungen Künstlerin (* 1968) aus Hamburg. Irritierend und humorvoll treten die gestrickten Bauwerke mit dem Betrachter in den Dialog. Einige Maschengeflechte stellt die Künstlerin wie beiläufig, als Wäschestücke auf der Leine zur Schau. Andere bekommen ein Gerüst und nehmen plastische Gestalt an. Vorbilder ihrer Strickkreationen sind bekannte Gebäude wie der Reichstag, der Palast der Republik oder IKEA. Die Arbeiten von Annette Streyl haben in internationalen Ausstellungen das Kunstpublikum in ganz Europa und den U.S.A bereits begeistert.
Bereznitsky Gallery (Berlin) zeigen in ihrer Koje das Projekt "media komfort". Die raumbezogene Installation aus Malerei, Animation und Videoskulptur der ukrainischen
Künstler Alexander Gnilitsky und Lesia Zeiats wurde auf der diesjährigen Biennale in Venedig, im ukrainischen Pavillon ausgestellt. Auf der ART.FAIR 21 führt das Künstlerkollektiv, bekannt unter dem Namen „Institution of Unstable Thoughts“, das Projekt mit einer neuen Installation fort. Der Betrachter betritt die Raumarbeit wie eine Umgebung, deren Erzählung nicht linear verläuft. Die Summe der einzelnen Objekte ergibt hier nicht das Ganze. Daher kann man, anders als bei einem Film, nicht zweimal in denselben Geschichtsstrang einsteigen: Ein alle Sinne anregender Erfahrungsraum.
In einer One Man Show stellt die Galerie k9 aktuelle Kunst (Hannover) den kurdischen Künstler Erdogan Bulut vor. Das Zentrum des spannenden Standkonzeptes bildet die beeindruckende Bildinstallation „Gemurmel“. Die großformatige Arbeit des Schülers von Per Kirkeby und Thomas Bayrle besteht aus über 800 kleinen acrylbemalten rechteckigen Gipstäfelchen. Die farbigen, leuchtenden und fröhlich wirkenden Motive verschmelzen im Nebeneinander von Köpfen, Landschaftsausschnitten und abstrakten Formen zu einem strahlenden Gesamtwerk.
Einen besinnlichen Gegenpol zum vibrierenden Messegeschehen bilden die Papierarbeiten von Alexandra Deutsch, Angela Glajcar und Annette Schröter bei der Galerie C. Wichtendahl (Berlin). In den fragilen, zwei- und dreidimensionalen Wandarbeiten wirkt eine starke skulpturale Präsenz.
Abstrakte Malerei findet sich bei der Galerie Jos Art (Amsterdam). Präsentiert werden Material-Dialoge von Gerd Kanz und Peter Schenk.
"Leise, malerisch, kunstvoll. Wie alle große Kunst" (Dr. Gerhard Charles Rump, Kunstmarktredakteur DIE WELT), so lassen sich die Arbeiten von der koreanischen Künstlerin Heryun Kim beschreiben. Ihre Malerei am Stand von Michael Schultz Gallery (Seoul/Korea) zählt zu den Entdeckungen auf der ART.FAIR 21.
Wie das Verweilen in der aktuellen Kunst auch zum Verweilen in der Geschichte werden kann, zeigt den Besuchern der ART.FAIR 21 das Skulpturen-Spalier von Jörg Immendorff. Die Galerie Rackey (Bad Honnef) huldigt dem verstorbenen Künstler mit den neusten und letzten Bronzearbeiten: Mannshohe Skulpturen, die einen beeindruckenden Nachruf schreiben.