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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Ralf Convents

Veröffentlicht am 09.04.2010     Artikel drucken

Veranstaltungen und Ausstellungen der SK Stiftung Kultur im Mai 2010

Veranstaltungen und Ausstellungen der SK Stiftung Kultur im Mai 2010
Öffnungszeiten der Ausstellungsräume der SK Stiftung Kultur:
täglich außer Mittwoch 14 - 19 Uhr, montags freier Eintritt
Eintrittspreise Raum 1 - 3 u. Tanzmuseum: Erwachsene 4,50 Euro (erm. 2,- Euro)




Veranstaltungen


Sonntag, 25. April um 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung "Zeche Hannover. Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher"
Die Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7 (1.OG), 50670 Köln; Kosten: 2 Euro plus Eintritt 4,50 Euro (erm. 2 Euro); Treffpunkt an der Ausstellungskasse


Sonntag, 25. April ab 15 Uhr
Tanz in fremden Räumen: Sasha Waltz (Achtung! Programmänderung!)
Rahmenprogramm zur Ausstellung "In Räumen denken. Bühne - Tanz - Traum"
15 Uhr: Thematische Führung durch die Ausstellung mit Thomas Thorausch
Kosten: Eintritt und 2 Euro
Ort: Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln, Im Mediapark 7 (3.OG), 50670 Köln
Mehr Informationen unter (0221) 226 5757


Mittwoch, 28. April, 17 - 20 Uhr
"Aus nächster Nähe! - Kölner Archive und Sammlungen"
Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur
Eine Veranstaltungsreihe der Volkshochschule Köln
Seine einzigartigen Bestände (u.a. Nachlässe von Tänzern und Choreographen, Fotografien von Tänzern und Ballettaufführungen aus aller Welt, historische und aktuelle Tanzfilme sowie eine umfangreiche Kunstsammlung mit Gemälden, Graphiken und Skulpturen) machen das Kölner Tanzarchiv zu einem der bedeutendsten Forschungszentren für Tanz in Europa. Das angeschlossene Tanzmuseum ist mit seinen Ausstellungen und begleitenden Veranstaltungen Jung und Alt ein Ort der besonderen Begegnung mit der Tanzkunst in Geschichte und Gegenwart. Der stellvertretende Leiter, Thomas Thorausch, begleitet Sie auf der Entdeckungsreise in die faszinierende Welt des Tanzes und stellt kostbare Highlights und die vielseitigen Aktivitäten von Archiv und Museum vor.
Leitung: Anja Hellhammer
Treffpunkt: Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 3. OG, Obligatorische Anmeldung unter (0221) 221-25990 (montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr) oder Online Kurssuche, (Kursnummer L-315002) , Kosten: 15 Euro


Donnerstag, 29. April um 20 Uhr
"Tasse ha’ mer jo noch"
Musikalische Lesung mit Gerd Köster und Frank Hocker
Sonderveranstaltung aus der Reihe "Klaaf em Mediapark"
Unter dem Motto "Tasse ha’ mer jo noch" präsentiert die Akademie för uns kölsche Sproch eine musikalische Lesung mit Gerd Köster, der kölschen Navi-Stimme, und Frank Hocker.
So manch einer wird erstaunt sein, dass Gerd Köster auch kölsche Lesungen macht. Umso mehr Spaß macht das, weil er so richtig schön Kölsch spricht! "Native speaker" sozusagen durch und durch. Einfühlsam und mit viel Schwung werden die Erzählungen und Gedichte von Heinz Weber und Christian Thill wieder lebendig, aber auch moderne Prosa von Marita Dohmen ist dabei. "Erlävt en ööntliche Schängerei en enem Trappenhuus Unger Krahnebäume vör ungefähr 100 Johr, et eeschte Chressdagsfess nohm Kreeg oder loot Üch vum "Papa" verzälle, enem Lehrer met ganz eige Methode."
Zwischendurch spielt und singt Gerd Köster zusammen mit Frank Hocker eigene kölsche Lieder vom "Sackgeseech" über den Liebeskummer am Flussufer bis hin zum Altersheim für Musiker.
Ehr dürft Üch op ene schöne Ovend freue!
Ort: SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7 (Saal 1.OG), 50670 Köln
Eintritt: 14 Euro, Kartenreservierung unter Tel.: (0221) 226 2433.


Dienstag, 4. Mai um 19 Uhr
Die Fotografen Bernd und Hilla Becher (2009)
Ein Film von Marianne Kapfer (90 Min); Anschließendes Gespräch mit Hilla Becher, Max Becher, Gabriele Conrath-Scholl und Marianne Kapfer
Ort: SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7 (Saal 1.OG), 50670 Köln; Eintritt: 8 Euro (erm. 4 Euro)
Mehr Informationen unter (0221) 226 5900


Donnerstag, 6. Mai um 18 Uhr
Kölsche Maiandaach en Zint Angenies am Neusser Platz
Aus der Reihe "Töurcher en Kölle un drömeröm" der Akademie för uns kölsche Sproch/SK Stiftung Kultur
Mer ihre de Maiekünnigin met däm Freuderiche Rusekranz un uns schön Leeder. Zom Schluss gonn mer all zesamme em Leechter-Pruzessiönche an der Maialtor met däm wunderschöne Muttergoddesbeld us wiessem Marmelstein, dat dä Beldhauer Wilhelm Albermann öm 1900 eröm geschaffe hät. Mer kann och e paar Blömcher metbränge.
Leitung: Hilde Lunkwitz, Treffpunkt: Treffpunkt: St.Agnes-Kirche am Neusser Platz, Keine Teilnahmegebühr!
Telefonische Anmeldung unter (0221) 739 29 95 empfohlen!


Samstag, 8. Mai, 15 bis 16.30 Uhr
Die Photodetektive...Wir entdecken eine Ausstellung
Kinderführung durch die Ausstellung "ZECHE HANNOVER. Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher"
Die Photographischen Sammlung, Im Mediapark 7 (1.OG), 50670 Köln; Kosten: 5 Euro für Material plus 2 Euro erm. Eintritt; Treffpunkt an der Ausstellungskasse
Mehr Informationen unter (0221) 226 5900


Sonntag, 9. Mai um 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung "ZECHE HANNOVER. Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher"
Die Photographischen Sammlung, Im Mediapark 7 (1.OG), 50670 Köln; Kosten: 2 Euro plus Eintritt 4,50 Euro (erm. 2 Euro); Treffpunkt an der Ausstellungskasse


Sonntag, 16. Mai,12 - 19 Uhr
Internationaler Museumstag in der SK Stiftung Kultur Eintritt frei!
Die Photographische Sammlung
14 und 16 Uhr, Führung durch die Ausstellung "ZECHE HANNOVER. Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher"

Deutsches Tanzarchiv Köln
10 Jahre Archiv- und Museumspädagogik am Deutschen Tanzarchiv Köln
Es darf gefeiert werden! Im Rahmen des Internationalen Museumstags feiert das Deutsche Tanzarchiv Köln mit einem reichhaltigen Programm das 10 jährige Bestehen seiner archiv- und museumspädagogischen Arbeit.
Um 14 und um 16 Uhr finden in der aktuellen Ausstellung Spielaktionen für Kinder ab 6 Jahren und ihre Eltern unter dem Titel "Fadentanz" statt. Die Großeltern liebten sie: Fadenspiele. bei denen bunte Fäden um die Finger zu tanzen schienen und die Spieler dabei immer wieder neue Figuren bildetenn. Jetzt erleben diese "alten" Spiele ihre Renaissance - auch im Tanzmuseum. Hier können am Kindertag die jungen Besucher zwei bis drei Spiele ausprobieren und dann selbst zu "Fadentänzerinnen und -tänzern" werden. Angeleitet von der Museumspädagogin Bettina Großberg werden die Kinder bunte Fäden in die Luft und auf den Boden "zeichnen" und sich zu Musik als lustige ’Schraubentänzer’ durch das Tanzmuseum bewegen.
Von 12 bis 18 Uhr lädt die Kölner Künstlerin Ulli Böhmelmann Kinder ab 5 Jahren ein, im Foyer des Tanzmuseums ein Labyrinth aus bunten Fäden zu spinnen. Gemeinsam mit der Künstlerin werden dabei immer wieder neue Räume und geheimnisvolle Wege entstehen, die zum Erkunden und Spielen einladen.


Dienstag. 18. Mai um 14 Uhr
Geologische Wanderung durch die berühmte Paffrather Kalkmulde
Aus der Reihe "Töurcher en Kölle un drömeröm" der Akademie för uns kölsche Sproch/SK Stiftung Kultur
(auch für Kinder ab 10 Jahren geeignet)
Auf dieser erdgeschichtlich spannenden Wanderung durch das schöne Naturschutzgebiet sehen wir einige der Fundstellen der Fossilien aus dem Zeitraum des Devon vor 450 Jahren. Mit ein bisschen Glück findet man vielleicht auch heute noch so einen Gruß aus der Urzeit. Aber nur anschauen - nicht mitnehmen!
Leitung: Hilde Lunkwitz, Informationen zum Treffpunkt bei telefonischer Anmeldung unter (0221) 73 92 995 erforderlich! Kosten: 7 Euro


Sonntag, 23. Mai um 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung "ZECHE HANNOVER. Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher"
Die Photographischen Sammlung, Im Mediapark 7 (1.OG), 50670 Köln; Kosten: 2 Euro plus Eintritt 4,50 Euro (erm. 2 Euro); Treffpunkt an der Ausstellungskasse


Dienstag, 25. Mai um 19.30 Uhr
"zwesche joldwooch un drieß jet drop"
mit Elfi Steickmann, Wolfgang Nagel, Jörg und Mariam Weber, Dirk Schnelle und Michael Knipprath
Aus der Reihe "Klaaf em Mediapark" der Akademie för uns kölsche Sproch
Kölsche Mundart mit viel Humor, Situationskomik verpackt mit hervorragender Livemusik steht im Mittelpunkt des neuen Bühnenprogramms des Ensembles von Medden us dem Levve. In einigen der Geschichten, Gedichte und Liedtexten finden Sie sich bestimmt wieder. Die alltäglichen Dinge oder Begebenheiten sind doch meistens, wenn man genau hinhört und mit offenen Augen durch das Leben geht, mit ganz viel Humor und Situationskomik verbunden.
Aus dem neuen Programm:
- Die mittlerweile kultigen "Kolvenbachs" werden sich dem "Ehrenamt" widmen!
- Wie wird aus Jertrud Kolvenbach "Frau Präsident"?
- Kölsche Mundart mit neuen Geschichten aus dem Leben.
- Musikalische Beiträge zum Thema "Zahnvorsorge" oder "Klüngel".
- Toni Tuppes - der schlampige Ehemann ist natürlich auch wieder dabei.
Ort: SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Saal (1. OG), 50670 Köln; Eintritt: 10 Euro (keine Ermäßigung)


Sonntag, 30. Mai ab 15 Uhr
"... how can we get people to react differently." Die Tanzräume von William Forsythe
Rahmenprogramm zur Ausstellung "

In Räumen denken. Bühne - Tanz - Traum"
15 Uhr: Thematische Führung durch die Ausstellung mit Thomas Thorausch
Kosten: Eintritt + 2 Euro
16 Uhr: William Forsythe verstehen - Lecture Performance
Kosten: Eintritt + 4 Euro
Ort: Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln, Im Mediapark 7 (3.OG), 50670 Köln
Mehr Informationen unter (0221) 226 5757



Ausstellungen

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

Zeche Hannover
Photographien aus dem Ruhrgebiet von Bernd und Hilla Becher

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapar7, 50670 Köln

Ausstellungslaufzeit: 26. März - 18. Juli 2010

Im Mittelpunkt dieser umfangreichen Ausstellung steht die Zeche Hannover in Bochum, die Bernd und Hilla Becher hauptsächlich 1973, im Jahr der Stilllegung des Steinkohlenbergwerks, in zahlreichen Photographien aufgezeichnet haben. Die bei wiederholten Besichtigungstouren über das Gelände erarbeiteten Schwarzweiß-Negative wurden von beiden zwischen 2004 und 2006 einer erneuten Durchsicht unterzogen. Die daraus resultierenden Abzüge bilden die Grundlage für eine differenzierte Beschreibung der Anlage, wie sie der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur heute exklusiv in über 200 originalen Abzügen vorliegt. Die Zeche Hannover gehört zu den am ausführlichsten dokumentierten Anlagen im OEuvre der Bechers. Die Aufnahmen werden nun erstmalig vorgestellt und sind parallel zu den aktuellen Ausstellungsaktivitäten im Ruhrgebiet anlässlich der Kulturhauptstadt 2010 ein besonderes Highlight.

Neben dem Konvolut zur Zeche Hannover bietet sich dem Besucher in Köln die Gelegenheit, weitere Bildgruppen der Bechers aus dem Ruhrgebiet zu entdecken, so unter anderem Photographien von der Zeche Königsgrube, Wanne- Eickel, der Zeche Neu-Iserlohn, Bochum-Werne, der Zeche Waltrop, Waltrop, und der Zeche Helene, Essen. Insgesamt werden rund 300 Exponate aus der hauseigenen Sammlung ausgestellt, erworben mit Mitteln der Sparkasse KölnBonn, dem Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder und der Kunststiftung NRW.

Seit dem Beginn der Kooperation zwischen der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur und Bernd und Hilla Becher im Jahre 1996, die nach dem Tod von Bernd Becher 2007 mit seiner Ehefrau fortgesetzt wird, ist dies die vierte Präsentation im Kölner Mediapark, die das Thema der systematischen Darstellung von weiträumigen Industrieanlagen und ihren Funktionseinheiten betrifft. Richtet sich nun erneut der Blick auf eine Bergwerksdokumentation der Bechers, so gibt dies einerseits die Möglichkeit, en detail einem fortwährenden künstlerischen Produktionsprozess zu folgen und andererseits einen Blick in den gewachsenen Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur zu werfen.

Die Zeche Hannover verfügte über zwei Schachtanlagen, so Schacht I, II und V im Bochumer Ortsteil Hordel und III, IV und VI in Günnigfeld. Der überwiegende Teil der Becherschen Dokumentation bezieht sich auf die erstbenannte betrieblich größere Schachtanlage. Im Blickfeld stehen zunächst die drei unterschiedlichen Fördertürme, die für die Anlage so kennzeichnend sind und auf engem Raum ihre über ein Jahrhundert währende Wirtschaftsgeschichte sozusagen als Wahrzeichen repräsentieren: der um 1857 erbaute wuchtige Malakowturm, das 1908 fertig gestellte Doppelstrebengerüst und der 1939 entstandene Förderturm aus Stahlfachwerk. Aber auch das in den 1920er Jahren errichtete Lüftergebäude, die Aufbereitungsanlage, das Kraftwerk mit seinen Kühltürmen, die Kokerei und die spektakulären Transportbänder, die über das gesamte Gelände führten, wurden ihre Motive. Immer wieder haben Bernd und Hilla Becher einzelne Bauten und Konstruktionen mit ihren Großbildkameras in den Fokus genommen und idealerweise in mehreren Ansichten, wie auf einer Drehscheibe, vor Augen geführt. In der Zusammenschau gewinnt man den Eindruck, auf einer erstaunlichen Entdeckungs- und Zeitreise zu sein, die mit vielen Aspekten überrascht und dazu herausfordert, eine Gesamtorientierung zu finden. Mit dem sachlichen Blick der Bechers wird man nahsichtig an die Objekte der Anlage herangeführt, erhält aber auch die Möglichkeit, erhöhte Aussichtspunkte einzunehmen und aus der Ferne auf einzelne Werkkomplexe und weite Strecken des Zechengeländes zu blicken, das von Feldern, Brachland und Werkssiedlungen gesäumt wird.

Folgen wir dem Rundgang von Bernd und Hilla Becher durch die Zeche Hannover und schauen ebenso auf die weiteren komprimierter vorgestellten Bildgruppen von Bergwerken des Ruhrgebiets, so blicken wir auf individuelle Formen eines industriellen Anlagetypus’, blicken auf Funktionsbauten, die weniger der Repräsentanz als vielmehr pur der Förderung und Weiterverarbeitung von Steinkohle und damit verbundenen funktionellen Abläufen dienten, blicken auf Bilder, die in aller Präzision und künstlerischer Einsicht die Formenvielfalt und die Struktur des Gewesenen spiegeln - auf eine photographische Feldstudie einer ehedem komplexen Industrielandschaft.

Begleitend zur Ausstellung in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur erscheint eine Publikation: Bernd und Hilla Becher. Zeche Hannover, München: Schirmer/Mosel, 2010.

www.photographie-sk-kultur.de


Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur

In Räumen denken.
Bühne - Tanz - Traum
Eine Ausstellung des Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur

Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln, Im Mediapark 7 (3. OG), 50670 Köln

Laufzeit bis 15. August 2010

Tanz und Raum - diese Verbindung ist so offensichtlich, dass wir sie beim Besuch eines Tanzabends kaum mehr bewusst wahrnehmen. Und genau dies ist der Anlass, warum das Deutsche Tanzarchiv Köln diese Verbindung in den Mittelpunkt einer Ausstellung stellt. Ganz im Sinne eines Archivs, das seinen Nutzern über die Tagesaktualität hinaus Wissen um Tanz, Wissen um gewesene und gegenwärtige Zusammenhänge vermitteln will. Ganz im Sinne eines Museums, das seine Besucher dazu anregen will, zu erkunden, wie sich heute und gestern gegenseitig beleben und wie das eine mit dem anderen verwoben ist - eines Museums, das seine Besucher dazu anregen will, Wirklichkeit mit "anderen Augen" zu sehen.

Wer das will, der muss sich Fragen stellen. Und die bildeten wie bei jeder der Ausstellungen dieser Trilogie auch den Ausgangspunkt der kuratorischen Arbeit an "In Räumen denken": Was sehen wir, wenn wir Tanz sehen? Wie prägen Elemente wie Körper, Raum und Mensch unser Bild vom Tanz? Warum sehen wir Tanz so, wie wir ihn sehen?

Ausgehend von diesen Fragen haben Thomas Thorausch und Klaus-Jürgen Sembach eine Ausstellung mit einem speziellen Format entwickelt. Eine Ausstellungsinstallation, die in einem einzigen Raum spielt. Und in diesem all jene Aspekte zusammenführt, die prägend für unser Bild vom Raum im Tanz sind, aber eben auch für die Vielfalt der Farben und Formen stehen, die dieses Bild bestimmen. Eine Installation, die sich - von einer Ausnahme abgesehen - durchweg aus dem reichhaltigen Bestand des Deutschen Tanzarchivs Köln speist. Eine Ausstellung, die aus dem Geist des Spiels geboren ist.

Dabei hat das Gegen- und Nebeneinander Methode: da trifft ein Kupferstich mit einer Theateransicht aus dem Jahr 1616 auf das Foto einer Tanzperformance aus dem Jahr 2003, da stoßen die Räume einer Choreographie von William Forsythe auf die historische Ansicht eines japanischen Theaters, im Nebeneinander vereint sind Texte von Joseph Beuys und Arthur Schopenhauer, Interviewausschnitte von Merce Cunningham und Sasha Waltz. Und - last but not - least stehen Tanzszenen aus einem Hollywood Musical neben einer filmischen Installation von Bruce Naumann.

Das alles wird bewusst assoziativ nebeneinandergestellt und ergänzt durch Dokumente, die den Titel "In Räumen denken" auf ganz besondere Art und Weise anschaulich machen: Selbstzeugnisse von Tänzern, Choreographen und Theoretikern: Choreographische Notizen von Sasha Waltz, eines von insgesamt 17 choreographischen Notizbücher von Dore Hoyer und Zeichnungen des Tänzers, Choreographen und Tanztheoretikers Rudolf von Laban. Ihre Fortsetzung erfahren diese Reflektionen über (Bühnen-)Räume heute auch im Internet - etwas bei ,Synchronous Objects’ von William Forsythe, der Website von Merce Cunningham, animierten Tanzperformances speziell für das Internet etc. etc. Und natürlich wird auch die bildkünstlerische Annäherung an das Thema nicht ausgespart: etwa durch die Frankfurter Fotografen Dominik Mentzos und Dieter Schwer, die sich bildkünstlerisch auf ganz eigene Art und Weise mit den Tanzräumen von William Forsythe auseinandergesetzt haben.
Das alles in einem einzigen Raum: bewusst konkurrieren Texte, Bilder und Töne um die Aufmerksamkeit des Betrachters. Eine Art Formen- Bilder- oder Assoziationsspeicher menschlichen Denkens über Tanz - vielleicht aber auch eine Choreographie der Bilder, Ideen, Gedanken - aus der Sicht eines Zuschauers oder aus der eines Choreographen.

Aus diesem Grund haben die Kuratoren die klassischen Exponate einer Ausstellung in bewährter Weise wieder durch eine Rauminstallation ergänzt. Mit Elementen, die an die Aufgabe erinnern, die William Forsythe dem Architekten Nikolaus Hirsch für die Gestaltung von Teilen seiner Spielstätte in Frankfurt, dem Bockenheimer Depot mitgab: ,How can we get people to react differently to this room?’ - Wie schaffen wir es, dass Menschen sich in diesem Raum (einem Theater-/Bühnenraum) anders verhalten, anders bewegen?

http://www.sk-kultur.de/web/edit/projekt.php?id=305



Mehr über das ausstellungsbegleitende Rahmenprogramm erfahren Sie unter
www.sk-kultur.de/tanz/tanzmuseum/veranstaltung

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