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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Priska Höflich

Veröffentlicht am 07.10.2005     Artikel drucken

Transportation of Place - Andrea Robbins/Max Becher Ausstellung

Transportation of Place - Andrea Robbins/Max Becher AusstellungErster Teil der Doppelausstellung des museum kunst palast und der Photographischen Sammlung, die europaweit erstmals einen Gesamtüberblick über das Schaffen des deutsch-amerikanischen Künstlerpaares Andrea Robbins und Max Becher gibt.

Deutscher Kolonialismus in Namibia, holländische Landschaften in Michigan, Bayern in Washington State, Spaghettiwestern in Almería, Global Village in Americus, Georgia, Indianer in Radebeul.

Seit fast zwei Jahrzehnten untersucht das Künstlerpaar Andrea Robbins und Max Becher die geographische Transformation von spezifischen Orten, ihrer Kultur und Geschichte. Dabei gilt ihr Augenmerk weltweit Themen wie dem Kolonialismus, der Migration und dem Holocaust sowie Orten des Tourismus und der Massenkommunikation.

Im Kölner Mediapark sind 13 Werkgruppen des Künstlerpaares mit rund 130 Bildern zu sehen. Das Düsseldorfer museum kunst palast zeigt unter dem Titel "Brooklyn Abroad" zwei photographische Serien, an die 60 Bilder, zum jüdischen Leben in der Diaspora.

Die Ausstellung "Transportation of Place" in Köln umfasst unter anderem folgende Werkgruppen von Andrea Robbins und Max Becher: "Colonial Remains", 1991, dokumentiert die architektonischen Zeugnisse des deutschen Kolonialismus in Namibia/Afrika, die sich bis in die Details, wie zum Beispiel ein typisch deutscher Jägerzaun eines Einfamilienhauses in Lüderitz, widerspiegeln.

Die Serien "Holland" (1993) und "Bavarian by Law" (1995/96) hingegen konzentrieren sich auf amerikanische Städte und Regionen, die europäischen Baustil und andere kulturelle Prozesse simulieren, um der eigenen Region eine per Gesetz verordnete Identität zu geben.

Der Werkkomplex "Almería", 2000, beschäftigt sich mit den Drehorten der unter dem Spitznamen "Spaghettiwestern" bekannt gewordenen Filme. Deren Geschichten wurden sämtlich im Grenzland zu Mexiko angesiedelt, entstanden sind die Filme jedoch in Europa, in der spanischen Wüste bei Almería.

"Global Village", 2003/2005, ein in Americus, Georgia, von Habitat for Humanity eingerichteter pädagogischer Themenpark über Armut, ist die Rekonstruktion von Elendsquartieren aus aller Welt, mit dem Ziel der
Aufklärung und der Motivation zur aktiven Hilfeleistung.

Die Werkgruppe "German Indians", 1997-1998, zeigt Deutsche in der Geburtsstadt von Karl May, die zu dessen Gedenken indianisches Leben nachvollziehen, indem sie beispielsweise Kleidung und Lebensweise der Indianer imitieren und studieren.

Andrea Robbins und Max Becher stehen mit ihrem Werk zum einen in der bildnerischen Tradition der Photographie der Neuen Sachlichkeit, zum anderen sind sie inhaltlich verbunden mit dem sozialkritischen Ansatz von Künstlern wie Dan Graham, Allan Sekula, Hans Haacke und Martha Rossler, die beiden letztgenannten zählten zu ihren Lehrern an der Cooper Union School of Art in New York.

Robbins/Becher betonen selbst den politischen und historischen Aspekt ihrer Arbeit. Ihre Photographien beziehen so das Dokumentarische ebenso wie das Künstlerisch-Konzeptuelle gleichermaßen ein.


Weitere Infos:
- photographie-sk-kultur.de

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