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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Heiko Schmid

Veröffentlicht am 04.11.2009     Artikel drucken

Stedefreund lädt ein zur Ausstellung Volumes

Stedefreund lädt ein zur Ausstellung Volumes
Dieter Lutsch // Nicolas Moulin // Rapedius/Rindfleisch // Inken Reinert

Volumes

bis zum 14.11.2009
Mi - Sa, 14 - 19 Uhr / Wed - Sat, 2 - 7 pm


Menschen sind nicht allein in persönlichem Erleben befangen. Sie sind Teil kulturgeschichtlicher Entwicklungen, deren Fragestellung sie, wenn auch unbewusst, übernehmen. Es ist einer der zentralen Impulse zeitgenössischer Kunst, die mit
vergangenem Wissen aufgeladenen „Fassaden“ unserer Gegenwart zu analysieren. Zeitgenössische Künstler, so könnte man behaupten, durchdringen die Ströme der Zeichen, Fiktionen und sozialen Gegebenheiten ihrer Zeit, um scheinbar manifeste
Wahrheiten neu lesbar zu machen, um die Grenzen unseres Denkens zu erweitern. Ziel der Ausstellung „Volumes“ ist es, kreative Umschreibungsprozesse, künstlerische Interaktionen mit ästhetisch und ideologisch aufgeladenen „Vorstellungsarchitekturen“ zu dokumentieren.

Inken Reinert etwa skizziert in ihren Zeichnungen der Serie „bauten“ die Fassaden und Umrisse von DDR-Plattenbauten in perspektivisch mehrfach gebrochenen und damit auf den zweiten Blick irritierenden Abbildungen. Genauso wie Nicolas Moulin generiert sie von brutalistischer Architektur inspirierte, suggestive Bildlandschaften und darin nicht mehr allein visuell erfahrbare, über das tatsächlich Dargestellte hinaus weisende, Artefakte potentieller Wirklichkeiten.

Dieter Lutsch nutzt die temporäre Plastizität von Schaum, um dynamische Raumskulpturen, in ständiger Veränderung befindliche „Ojekte“, zu fertigen. Klassische „Formvorstellungen“, auf fixierte (materielle) Zustände ausgerichtete Kunstbegriffe werden hierbei in ephemeren Schaumarchitekturen konterkariert.

Die Arbeiten des Künstlerduos Rapedius/Rindfleisch setzen weiter auf die suggestive Kraft scheinbar alltäglicher und trotzdem hochcodierter „Bilder“. Gebirgszüge und die mit diesen verbundenen romantischen Vorstellungswelten sind es hier, auf die in einer formal präzisen und doch deutlich abstrahierten Anordnung angespielt wird.

Man kann bei allen gezeigten Arbeiten von Abstraktionsprozessen sprechen, mittels welcher einzelne, inzwischen als trivial wahrgenommene ästhetische Konzepte und damit historisch gewachsene Wissensstrukturen, isoliert und neu interpretiert werden. Jenseits der für unsere Blicke grundlegenden Filter des Banalen werden so nur scheinbar fixe Setzungen - die dynamischen Gefüge unserer Wirklichkeit selbst - thematisiert.

(Text: Heiko Schmid Foto: Dieter Lutsch)


Ort: Dorotheenstr. 30 [im Hof], D-10117 Berlin


Weitere Informationen finden Sie unter
www.stedefreund-berlin.de

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