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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Sabine Huth

Veröffentlicht am 15.10.2009     Artikel drucken

Sit in China. Ein Streifzug durch 500 Jahre Kultur des Sitzens

Eine Ausstellung anlässlich der Buchmesse Frankfurt
bis zum 31. Januar 2010



"Sitzen ist Setzung" heißt eine einleuchtende Wendung. Mit der jeweiligen Art und
Weise des Sitzens werden gesellschaftliche Hierarchien, Konventionen, Tabus und
Privilegien konturiert, wie dies in der gestalteten Umwelt ansonsten allenfalls der
Tischkultur möglich ist.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2009 mit China als Ehrengastland sollen die Objekte und die Kultur des Sitzens in diesem Land beleuchtet werden. Damit wird auch ein zentrales Thema innerhalb des Designs behandelt, das gerade in Hinblick auf die globalen Entwurfs- und Produktionsverhältnisse eine herausragende Rolle spielt.

Sit in China. Ein Streifzug durch 500 Jahre Kultur des SitzensNeben einer kursorischen Darstellung der Kultur-Geschichte des Sitzens in China stellt die Ausstellung auch die Frage nach der heutigen Positionierung und nach dem Selbstverständnis chinesischer Gestalter.

So sind hochrangige, kunst- und kulturgeschichtlich bedeutsame Exponate der Mingund Qing-Zeit zu sehen, die einen Zeitrahmen von fünf Jahrhunderten aufspannen. Zudem blättert die Ausstellung das Thema "Sitzen" auch zeitgenössisch auf.

Neben oft aus purer Not improvisierten alltäglichen Sitzgelegenheiten, deren Chuzpe
europäische Augen ebenso verblüfft wie fasziniert, werden zeitgenössische Designer-
Entwürfe, z.B. von Shao Fan, Freeman Lau, XYZ-Design und Ji Liwei, der auch das
Raumdesign des chinesischen Pavillons auf der Buchmesse kreiert hat, gezeigt.
Ebenso sind studentische Entwürfe der CAFA (Central Academy of Fine Arts) in Peking
sowie in fotografischen Tableaux Sitz-Situationen im öffentlichen Raum und privaten
Ambiente zu sehen, etwa ein Literat der Ming-Zeit, der Qianlong-Kaiser auf dem
Thron, Mao und Nixon in den markanten Sesseln aus Maos privatem Arbeitszimmer, aber auch Sitzen auf der Straße, Stühle in heutigen Künstlerateliers oder in Wohnungen der prosperierenden chinesischen Oberschicht.

Zwei Installationen der chinesischen Künstler Wang Shugang und Yin Xiuzhen ergänzen das Thema „Sitzen in China“ noch einmal auf andere Weise, indem sie sich ihm kommentierend nähern.

Insgesamt ergibt sich so ein panoramatisches Bild der chinesischen Gesellschaft und Kultur, welches die jahrhundertealte vibrierende Dynamik des Reichs der Mitte
reflektiert und anschaulich vor Augen stellt.


Weitere Informationen finden Sie unter:
www.angewandtekunst-frankfurt.de

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