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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Sabine Huth

Veröffentlicht am 12.08.2010     Artikel drucken

Shopstop7: Carl Dau - Minimalismus in Stahl

Shopstop7: Carl Dau - Minimalismus in StahlArmreif, Materialstärke: 3mm, Material: Edelstahl, Form: oval, Armreif kann geöffnet werden


26. August bis 1. September 2010


Auf der Suche nach d e m Accessoire zur sommerlichen Garderobe?
Die mobile galerie aurum hält für Sie eine „coole“ Auswahl bereit. Vom 26. August bis
1. September 2010 ist der temporäre Museumsshop im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt wieder für Sie bereit und enthüllt dieses Mal edlen Schmuck aus Stahl.


Kristina Balzer präsentiert auch 2010 wieder einen Schmuckkünstler ihrer Galerie im
Foyer des Richard Meier-Baus. ShopStop7 zeigt Carl Dau – Minimalismus in Stahl -
nicht nur eine Retrospektive. Parallel zum Designethos von Dieter Rams eine ideale
Offerte.

Carl DAU:
„Unsere Augen werden täglich mit Reizen überflutet. Es gibt nur wenige Dinge, denen Ruhe innewohnt, die dem Auge gut tun, bei denen ästhetischer Reiz mit Einfachheit und Klarheit gepaart ist. Solche Dinge zu schaffen, sie auch im Schmuck anzusiedeln und ihnen dort Geltung zu verschaffen, ist das Hauptanliegen meiner Arbeit.“

Vor diesem Hintergrund sind die Entwürfe von Carl Dau deutlich von allen Zufälligkeiten befreit. Den oft banalen, lauten und kurzlebigen Produkten, von denen wir in einer Konsumgesellschaft umgeben sind, sollen hier langlebige, gut gestaltete Stücke von großer Klarheit und ästhetischem Reiz entgegengestellt werden. Carl Daus Schmuckstücke zeichnen sich aus durch den Gegensatz von nahezu mathematischer Regelmäßigkeit der Details und der persönlichen Ausstrahlung der Objekte.

„Carl Dau nimmt eine absolute Sonderposition bei den Schmuckgestaltern ein, was die Entstehung seines Schmucks angeht“, so die Galeristin Kristina Balzer. „Er erarbeitet ein Modell, das dann maschinell in Serie hergestellt wird. Es gibt keine handwerklichen oder emotionalen Zufälligkeiten, ganz im Gegensatz zu Autoren, die im Prozess sind. Die Wirkung seines Schmucks ist nie zufällig. Mit seiner Arbeitsweise steht Dau zwischen Autorenschmuck und industriellem Schmuck“.

Zu Beginn seiner Ausbildung stand zunächst die Lust des Goldschmieds an der
handwerklich-kreativen Arbeit und die Freude, überschaubare Dinge entstehen zu
sehen. Aber es galt auch, gestalterisch-technische Positionen zu bestimmen und ganz konkrete Entscheidungen zu treffen, die für das Erscheinungsbild des in Aussicht
genommenen Schmucks wichtig waren.

Es begann bei der Behandlung von Oberflächen, die klassischen Verbindungstechniken der Goldschmiede mussten hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit überprüft werden, und alle Versuche und Überlegungen waren von dem Bestreben bestimmt, möglichst einfache, „niederkomplexe Formen, die dem Betrachter bekannt und zugänglich sind“ (Dau), zu entwickeln, sie als Schmuck glaubhaft zu machen.

In einem Interview hat er einmal gesagt: ,,Wenn ich etwas als schön und richtig
empfinde, dann denke ich, dass ich mit diesem Empfinden nicht allein auf der Welt
bin. Ich muss nur die anderen suchen, die genauso empfinden.“ Diese Überzeugung
ist zu einer Maxime seines Handelns geworden.

Dau hat während der Zeit seiner freischaffenden Tätigkeit nie eigentlich am Unikat
gearbeitet. Seine Ambitionen waren immer auf die Serie gerichtet, wenn auch der
Begriff der Serienmäßigkeit in der Zwischenzeit durchaus modifiziert und präzisiert
wurde.

Die ersten Serien, die Anfang der achtziger Jahre entstanden, waren grafisch
dominiert. Sie atmen noch deutlich Nachklänge der Objektkunst und erscheinen nicht
selten wie kultivierte, verkleinerte Wandobjekte. Auch die Nähe der seinerzeit mit soviel
Zurückhaltung ertragenen Übungen zur Gestaltungslehre ist unübersehbar, und die
kleinen Objekte waren noch richtige Broschen. Bevorzugte Formen waren Kreis, Dreieck und Quadrat, die in unterschiedlichen Materialkombinationen und mit sehr
verschiedenen grafischen Strukturen angeboten wurden.

Die übergreifende Bedeutung des Schmucks aus der Werkstatt von Carl Dau wird
deutlich, wenn man seine Kollektionen zu dem übergroßen, sich in vielen Fällen
überschneidenden Angebot der industriellen Großhersteller auf der einen und dem
künstlerischen, meist unikatorientierten Schmuck auf der anderen Seite ins Verhältnis
setzt.

Was seine Arbeiten von künstlerischen Unikaten unterscheidet, ist die scheinbar
entpersönlichte Sachlichkeit der Lösungen sowie die von Zufällen und Emotionen
befreite Gestaltung der Teile. Sicher entspricht diese Gestaltungsweise den Ambitionen des Gestalters; sie folgt aber vornehmlich und mit zwingender Notwendigkeit aus dem Seriencharakter dieses Schmucks.

Im Gegensatz zum üblichen Serienschmuck sind Daus Arbeiten jedoch geradezu
Lehrbeispiele für Werk- und Materialgerechtigkeit. Es ist die Abwesenheit aller
Imitation, die gestalterische und technische Ehrlichkeit, die seine Stücke von allen
gepressten, geprägten und gegossenen Stücken unterscheidet. Und es ist die
emotionale Gradlinigkeit, die sie sympathisch macht.


Weitere Informationen finden Sie unter
www.angewandtekunst-frankfurt.de

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