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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Kirsten Freundl

Veröffentlicht am 17.10.2007     Artikel drucken

RESET - Ausstellung von Ugo Dossi im Felix-Nussbaum-Haus

"Eine Linie füllt die Fläche mit Inhalt, eine Zeichnung füllt den Raum mit Geist." (Ugo Dossi, RESET 2007)

Wie Raum und künstlerisches Schaffen in Dialog zu einander treten, zeigt die Ausstellung RESET von Ugo Dossi im Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück vom 26. Oktober 2007 bis 13. Januar 2008.

Ugo Dossi - international renommierte Künstler und Teilnehmer der Documenta 6/ 8 - hat für das Mezzanin des von Daniel Libeskind entworfenen Felix-Nussbaum-Hauses verschiedene raumbezogene Installationen zum Thema RESET entwickelt.

RESET - Ausstellung von Ugo Dossi im Felix-Nussbaum-Haus
Ugo Dossi im Atelier

Mit RESET verweist er auf den ewigen Kreislauf von Anfang, Höhepunkt, Ende und Rückkehr an den Anfang. Alle Arbeiten der Ausstellung zielen auf diesen Gedanken und umkreisen ihn.

Ugo Dossi - Grenzgänger zwischen Kunst und Psychologie - will die innere, unbewusste Bilderwelt der Betrachter aktivieren. Einen "Künstlerforscher" hat ihn der zweimalige Documenta-Leiter Prof. Manfred Schneckenburger genannt.

„"Reset" ist, aus meiner Sicht, eine wunderbare Metapher für das Zurückgehen zu Vorstellungen und Bildern, die in eine archetypische Tiefe führen und kann ein vergleichbares „Reset“ in unserem mentalen Betriebssystem bewirken, eine Befreiung vom Oberflächlichen.“
(Ugo Dossi, RESET 2007)

Die Videoarbeit "Eternal recurrence" ist für diesen Ansatz ein besonders eindrucksvolles Beispiel. Dossi bezeichnet sie als "immaterielle Arbeit". Der Betrachter begibt sich auf eine immer schneller werdende, schließlich Schwindel erregende Raumfahrt durch ein Sternenmeer unterschiedlicher Vorstellungswelten, die persönliche und kollektive Erinnerungsbilder durch kaum greifbare Einblendungen hervorruft.

RESET - Ausstellung von Ugo Dossi im Felix-Nussbaum-Haus
Video-Projektion Eternal Recurrence - Installation von Ugo Dossi

Die Werkgruppe "Chor der Träumenden" - träumende Gesichter, die aus wenigen Strichen bestehen - ist eine andere Form der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Übertragung von Seelenzuständen. Das menschliche Antlitz als Spiegel der Seele überträgt die enthaltenen Emotionen auf den Betrachter.


Die "Automatischen Zeichnungen" entstehen aus psychischen Automatismen. Durch sie wird die Welt der Zeichen und Bilder sichtbar, die aus dem Unbewussten auftauchen. Sie stellen die logische Weiterführung des surrealistischen Experiments der "écriture automatique" dar.

"Relative Freiheit" ist eine Installation aus fünf Bronzebumerangs in verschiedenen Flugphasen - eine Metapher für Fliegen und Wiederkehr. Eingravierte menschliche Figuren befinden sich kurzzeitig in relativer Freiheit, wenn sie sich für einen kurzen Moment der Erdanziehung zu entziehen scheinen.

Die Auseinandersetzung mit den Räumlichkeiten des Felix-Nussbaum-Hauses bedeutete auch für den Künstler einen Neuanfang.

Er hat die dekonstruktivistischen Elemente der Architektur Daniel Libeskinds in sein Konzept einbezogen, indem er sie als Ready-mades betrachtete. Auf diese Weise ist eine singuläre Präsentation entstanden, die jede Wand als eigenes Bild begreift.

Auch wenn sein Hauptaugenmerk auf dem Raum liegt, der im Menschen verborgen ist, hat er dieses Mal auch ganz bewusst den umgebenden Raum mit einbezogen.

Der Katalog RESET zur Ausstellung dokumentiert diese Situation vollständig.

Mehr Informationen erhalten Sie:
www.ugodossi.de und www.osnabrueck.de/10508.asp

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