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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Christine Beilharz

Veröffentlicht am 31.08.2010     Artikel drucken

"Missa Solemnis" - Zenita Komads erste Einzelausstellung in Deutschland

"Missa Solemnis" - Zenita Komads erste Einzelausstellung in Deutschland
Mit MISSA SOLEMNIS präsentiert die Bourouina Gallery die erste Einzelausstellung der österreichischen Künstlerin Zenita Komad in Deutschland.

Zenita Komad versteht ihr Werk als Stadt. "Zenita City": Eine zugleich pulsierende Metropole wie Idyll, eine Baustelle, ein Rückzugsort, ein Tempel. Ihre Installationen sind Orte und Schauplätze, ihre Bildobjekte sind Bewohner dieser Stadt, in der alles seine Gestalt ändern kann. Kategorien werden abgelehnt. Im "Zenita Universe" haben Kunst, Wissenschaft, Musik, Literatur und auch große Gefühle ihren Platz.

Zenita Komad ist keine klassische Malerin oder Bildhauerin. Ihr Oeuvre umfasst zwar auch Malerei und Zeichnungen, eines der charakteristischsten Ausdrucksmittel sind jedoch ihre dreidimensionalen Bildobjekte. Unter ihnen finden sich Arbeiten, die an Claes Oldenburgs Soft Sculptures erinnern und sich dem visuellen Vokabular von Kleidung bedienen: Kleidung belädt den Körper mit Bedeutung, konstruiert und definiert seine Identität innerhalb der Gesellschaft - hier dem Zenita Universe. Doch auch diese ist stetem Wandel ausgesetzt: So kann es passieren, dass ein Objekt in eine neue Form gehüllt wird und so eine neue Identität erfährt.

Die Identitätsfrage ist ebenso wie bei einer ihrer Mutter im Geiste, Louise Bourgeois, ein wichtiger Aspekt in Komads Werk. Ihre Ergründung bedarf der Einbeziehung aller Faktoren: Ego, Sprache, Seele, Herkunft, Liebe, Familie, Spiritualität, Selbstironie. Die Bildobjekte beziehen den Betrachter in den Findungsprozess mit ein indem sie - physisch durch ihre Dreidimensionalität - in den Raum des Betrachters eingreifen.

In den spontanen Zeichnungen von Zenita Komad flammt der selbstironische Humor eines Kippenbergers auf, während ihre Wortobjekte Realitäten formen, die herauszulesen eine nicht ganz einfache hermeneutische Aufgabenstellung für den Betrachter darstellt. Gemeinsam ist den Arbeiten, dass es niemals nur eine Leseart gibt, wie es auch keine Linearität des Lebens gibt. Oftmals beinhalten ihre Arbeiten sogar gegensätzliche Aussagen. Die Buchstaben können sich frei gruppieren, zitieren, oder eigene Sätze bilden. Komads Wortarbeiten entwickelten sich von flachen Acrylarbeiten, über dreidimensionale Wortbilder zu aktuell dreidimensionalen Sandwortobjekten.

Durch die Verwendung von Sand wird der Betrachter zu einem geistigen und auch sinnlichen Dialog eingeladen. Sand als "greifbares" Material, dient hier als Kontaktmittel zwischen Sensualität und Rationalität. Es ist ein Material, das Erinnerungen, Emotionen und Assoziationen unserer frühsten Jugend weckt. Empfindung und Begriff scheinen in den Sandobjekten eines zu werden. Die Buchstaben widersetzen sich der Schwerkraft, behaupten sich in ihrer Körperlichkeit und bekräftigen so ihre Wortaussagen. Sie bringen das konkrete Material der Worte zu Veranschaulichung: Eine skulpturale Ausformung der Sprache.

Die Ausstellung MISSA SOLMENIS zeigt den aktuellen Stand dieser Werkentwicklungen als Gesamtinstallation.


Ausstellungsort
BOUROUINA GALLERY
Charlottenstrasse 1-2
10969 Berlin


Weitere Informationen finden Sie unter
www.bourouina.com

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