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von gv

Veröffentlicht am 10.10.2008     Artikel drucken

Menschen ohne Gesichter

Böden und Beine in multikulturellem internationalen Projekt der Fotografin Eva Horstick-Schmitt

Auf den Spuren derer, die keine Geschichte geschrieben haben, aber Geschichten erzählen. Kosovo, Paris, Berlin, London, Prag, NY waren nur einige der Stationen an denen Eva Horstick-Schmitt ihre Modelle auf der Straße oder in Räumen samt der Untergründe ablichtete. Auf den Böden der Tatsachen ... mit diesem Titel stellte sie schon im Jahr 2000 ihre Fotos bei Exper Consult aus.

Das Gegenüber tritt auch für einen Moment in Kommunikation mit der Künstlerin, um dann nur noch als bildnerisches Füße-Gedächtnis zu verbleiben. Durch alle Schichten der Gesellschaft ziehen sich die Arbeiten. Gesammelt hat Eva über 1500 Werke.

Menschen ohne GesichterEva Horstick-Schmitt - 2000 Malta Füsse - Szenerie Prisenor

Wenn es einsam war und sie niemanden fand für eine Kommunikation, lichtete sie einfach ihre eigenen Füße ab mit dem interessanten Untergrund, der ebenso eine Geschichte erzählt. Wenn dort z.B. einsam und verlassen eine weggeworfene Dose platt getreten am Rand der Gesellschaft verrottet.

Menschen ohne GesichterEva Horstick-Schmitt - 2001 Berlin Dose

Ihre ungewöhnliche Idee zum Thema und ihre Arbeiten werden mitunter seit einem Jahr auch von anderen Fotografinnen kopiert. Leider ist diese Gesellschaft auch eine, die sich immer wieder bei anderen Kreativen etwas aussucht und sich daran bereichert.

Doch Evas Authenzität übertrifft das bei weitem, denn alles was anderen nachahmen ist eben nicht authentisch genug. Ein Projekt, das über 20 Jahre fotografiert wird, dieses von Kopierern wirklich zu erfassen, ist so gut wie unmöglich. Allein eine parallele, von einander unabhängig entwickelte Idee kann ihren eigenen Sprachgestus entwickeln.

Eva hat nicht nur diese von oben betrachteten Situationen abgelichtet, sondern in jeder Stadt seither ihre Schlafstätten in Hotels, bei Bekannten, in den Pensionen, oder einfach am Strand irgendwo fotografiert; sozusagen als Dauertagebuch einer Kosmopolitin, die jahrelang überall auf der Welt das Nebensächliche beobachtete, um es abzlichten. Der Zeit um 10 Jahre vorauseilend.

Menschen ohne GesichterEva Horstick-Schmitt - Zimmer auf Zeit

Eine ganze Bettenparadefotoschlafstättensammlung entstand neben all den anderen Projekten, die Eva kontinuierlich fotografiert. Moskau, Afrika, Kosovo uvm. Betten und gebettet sein ist überall ein anderes Gefühl und ein Thema für sich.

Das Gefühl eines zu Hauses findet man nicht in der Ferne, aber man macht es sich gemütlich für die paar Stunden in der Nacht, die man in einer fremden Stadt in einem Bett verbringt, indem z.B. in Hotels schon tausende von Menschen auf derselben Stelle am selben Ort schliefen, SEX machten, aßen, lasen, ausruhten - all die Dinge, die man in so einem Zimmer auf Zeit tun kann.
Deshalb heißt die Serie auch: "20 Jahre Zimmer auf Zeit!"

Die Bilder verkauft Eva in der Größe 15 mal 20 cm in limitierten Auflagen zu jeweils 15 Exemplaren.
Preis je Werk 199,-- €uro

Weitere Informationen finden sie unter:
www.arteve.de

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