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von Katharina Knieß
Veröffentlicht am 07.06.2006 Artikel drucken
27.07. - 06.08.06 in München
Mohr-Villa (Situlistr. 73-75, Freimann)
Mit einem bunten Programm stellen sich das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V. und seine Mitglieder vom 28. Juli bis 6. August jeweils donnerstags bis sonntags in der Münchner Mohr-Villa vor. Eröffnet werden die Kulturtage am 27. Juli mit einer exclusiven Mitgliederveranstaltung.
Theater, Lesungen, Konzerte, Filme und vieles mehr zeigen die Palette der über 1.400 Mitglieder auf, die sich bundesweit engagiert für die Rechte und soziale Besserstellung Kreativer
einsetzen.
Ob Jazz mit dem Jenny Evans Trio, eine große Ausstellung mit Werken von 12 Künstlern, Mozart mit dem Pukaß-Ensemble, Weltmusik mit der Band Nasrin oder Erlebniskunst mit Iris Meinhardt: das Programm (PDF) ist bei freiem Eintritt offen für alle (Ausnahme: Eröffnungsveranstaltung).
Expertengespräche und eine Talkshow informieren über den Status Quo der Künstler jenseits von Rampenlicht und bunten Bildern; sie beleuchten Mechanismen, Chancen und Risiken, die hinter Meldungen wie „Der Kunstmarkt boomt“ und „Konzert des Jahres“ zurück treten.
Unter den Mitgliedern finden sich auch viele Prominente wie Ottfried Fischer, Uschi Glas, Reinhold Beckmann, Ellen und Alice Kessler, Inga Humpe, Götz George und Hannes Jaenicke.
So erzählte Cornelia Froboess anlässlich des 30jährigen Paul-Klinger-KSW-Jubiläums (2004), wie der Verein Hildegard Knef, „als es ihr nicht gut ging, unter die Arme griff“ (tz, 17.05.04).
Aus dem Schatten heraus zu treten, offen für die Rechte der Künstler einzutreten, in geschütztem Rahmen Anlaufstelle für Probleme und Diskussionen zu sein, von der Praxis für die Praxis zu beraten und gemeinsame Projekte zu entwickeln, ist das Ziel der Arbeit. Dabei ist das „Paul-Klinger-KSW keine Gewerkschaft“, wie Geschäftsführerin Anita Keller betont,
„sondern eine Solidargemeinschaft“.
Das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk
Mitglieder sind Künstler, die nach dem KSK-Gesetz (Künstlersozialkasse) als solche eingestuft werden - das Paul-Klinger-KSW bietet Information zu allen Fragen der beruflichen und persönlichen Absicherung, wie zur Künstlersozialkasse, privaten und gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit sowie allen Sach- und Berufsversicherungen und steuerlichen Angelegenheiten.
Auskunft erteilen Rentenberater, Versicherungs-Experten, Steuerberater, Sozialpädagogen und Marketingberater. Der aktuelle Vorsitzende ist der Journalist und Moderator
Gerhard Schmitt-Thiel.
Gegründet wurde das Paul-Klinger-KSW 1974 u.a. von Jürgen Scheller, dem Kaberettisten der Münchner Lach- und Schießgesellschaft im Gedenken an den Schauspieler Paul Klinger, der einen engagierten Kampf für die soziale Absicherung von Schauspielern geführt hat.
Seinen 100. Geburtstag wird der Verein am 14. Juni 2007 in Paul Klingers Geburtsstadt Essen mit einer Gala feiern. Der Schauspieler Paul Klinger ist vielen nicht nur aus den Kästner-Verfilmungen der 50er Jahre bekannt (Pünktchen & Anton, Das fliegende Klassenzimmer) sondern vor allem durch seine markante Synchronstimme, als „die Stimme“ von Clark Gable und Cary Grant.
Am 14. Juni 2007 erscheint außerdem eine Briefmarke der Bundespost in der voraussichtlichen Stückelung von 0,55 €.
In seiner Laudatio zu 30 Jahre Paul-Klinger-Künstlersozialwerk schrieb der ehemalige (1996-2002) Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Hellmuth Matiasek 2004 unter dem Titel „Kunst geht nach Brot“ über die Intentionen: „Doch zuerst über die Freude.
Was sich da am 15. März 1974 unter einer Paul-
Klinger-Vereinsfahne versammelt hatte, war eher ein ,Fähnlein der sieben Aufrechten’ zu nehmen, tatsächlich sieben, entschlossen, sich gegenseitig zu wählen, die Wahl anzunehmen und gemeinsam gegen die miserable Lage der Künstler zu Felde zu ziehen.
Die Ehrentafel nennt: Jürgen Scheller, Holger Hagen, Friedrich Graf von Maldeghem, Niels C. Timm, Christian Graf Bruges von Pfuel, Paul Orthmann und Klaus Müller. Natürlich heben sich die Namen der beiden Schauspieler von denen der adeligen Kaufleute und Rechtsanwälte deutlich hervor, es waren auch keine selber Not leidende, sondern Prominente, die sich mit ihrem Renommee und Charisma für die anderen Künstler einsetzen wollten, für die vielen Zu-kurz-Gekommenen, die es sich nicht leisten konnten, den bürokratischen Demütigungen, die man dem freischaffenden Künstlervolk von jeher zumutet, damals wie heute aktuelle Botschaft –Künstler für Künstler- deren Arrivierte dem Anfänger, der namhafte dem Namenlosen, der mit der Spitzengage dem, der wieder einmal seine Miete nicht bezahlen kann.“
Informationen zum Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V.:
www.paul-klinger-ksw.de, Tel. 089-57004895