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von Giedre Bartelt
Veröffentlicht am 07.10.2006 Artikel drucken
26. Oktober – 22. Dezember 2006. Di – Sa 14 - 18 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 26. Oktober 19 - 21 Uhr
Fotografische Selbstporträts:
Arnis Balcus/ LV, Anda Bankovska/ LV, Kostas Bogdanas/ LT, Violeta Bubelyte/ LT, Balys Buracas/ LT, Bogna Burska/ PL, Andrey Chezhin/ RU, Michael Jochum/ D, Toomas Kalve/ EST, Peeter Linnap/ EST, Annegret Soltau/ D
&
Selbstporträts der Maler:
Audrone Petrasiunaite/ LT, Julijonas Algimantas Stankevicius/ LT, Povilas Ricardas Vaitiekunas/ LT
Das Selbstporträt gehört zu den interessantesten Genres der bildenden Kunst. Wie verhält es sich damit in extremen gesellschaftlichen Situationen, etwa in der Zeit der letzten politischen Umbrüche? Oder auch in Gesellschaften, die - historisch bedingt - bestimmte sozialpolitische und daraus resultierende kulturelle Prozesse und Kunstentwicklungen nur in Ansätzen oder als „cultural lag“ wahrnehmen können?
(Bild: Violeta Bubelyte (*1956))
Die Selbstporträts der Ausstellung „I am an artist, I love myself“ entstammen dem Teil der Ostseeregion – Baltische Staaten, Sankt Petersburg/ Rußland, Polen und Deutschland -, die von solchen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten heimgesucht wurden. Der Umgang mit dem Thema ist hier deshalb nicht nur geschlechts- oder altersspezifisch geprägt, sondern richtet sich nach generationsbedingten historischen Erfahrungen.
Das titelgebende Werk der Ausstellung – die Leuchtkästen mit der zweisprachigen Inschrift „I am an artist, I love myself“ von Kostas Bogdanas (*1961) - kann nicht primär als abbildende Kunst verstanden werden. Das Motto, das dieses Werk intendiert, ist aber der Schlüssel zum Thema.
Es umreißt das notwendige Selbstverständnis eines Künstlers auf dem Weg zum Erfolg sowohl in einer marktwirtschaftlichen als auch in einer sozialistischen Gesellschaft. Hat man in der ersteren den Künstler zum Malerfürsten „geadelt“, so konnte er im Sozialismus als Prophet oder Messias verehrt werden.
Die Schau soll möglichst unterschiedliche künstlerische Positionen und Techniken innerhalb des Mediums Fotografie präsentieren. So reichen die Werke von handabgezogenen Silbergelatineprints und Fotocollagen über die eigenhändig oder vom Labor angefertigten C-Prints und Fotovernähungen (Annegret Soltau) bis Videokunst und den o. g. Leuchtkästen.
Es handelt sich dabei um tagebuchartige Schnappschüsse, Selbstinszenierungen, Dokumentationen von Aktionen und um Konzeptfotografie. Den Fotoarbeiten werden Zeichnungen und Gemälde von drei führenden litauischen Malern gegenübergestellt.
(Bild: Michael Jochum (*1953) )
(Bild: Julijonas Algimantas Stankevicius (1933-1998))
(Bild: Arnis Balcus (*1978))