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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Udo Rahn

Veröffentlicht am 16.02.2010     Artikel drucken

"Heraus aus dem Wohlstandszoo" - Künstlerin Gesche Nordmann auf Walz

"Heraus aus dem Wohlstandszoo" - Künstlerin Gesche Nordmann auf Walz„Heraus aus dem Wohlstandszoo“ - Die
Künstlerin Gesche Nordmann begibt sich für
drei Jahre und drei Monate auf die Walz.
© Familie Neumann
Zwar geschieht es nur noch relativ selten, aber nichts Ungewöhnliches ist es, wenn Handwerksgesellinnen oder -gesellen nach der Ausbildung auf die Walz gehen. Doch bei Künstlern, die mitten in ihrer kreativen Phase stecken, ist das doch schon ungewöhnlich, vielleicht sogar einmalig. Die in den Reußenkögen (Kreis Nordfriesland) lebende freischaffende Künstlerin Gesche Nordmann hat ihr persönliches Abenteuer gestartet. Wer sie erlebt hat in ihrer Art und kennt, kann mitfühlen, es verstehen und wundert sich eigentlich gar nicht. Die kreative Frau sprüht vor Energie, bewegt immer neue Ideen im Kopf. Vielen ist sie bekannt als die, die „mit dem Wind malt“, leuchtende Farben in ihren Bildern bevorzugt, Landschaften und Häuser „tanzen“ und Geschichten „erzählen“ lässt. Für sie ist das Ausdruck ihres Lebensgefühls.

Ende Januar nun hat sie sich in den Flieger gesetzt. Irgendwo in Irland ist sie und auf der Suche nach Künstlern und Inspirationen. „Ich möchte Künstler in der ganzen Welt kennenlernen und damit ihr Leben, will von ihnen lernen, bei ihnen arbeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden“, erzählt Nordmann kurz vor ihrer Abreise. Natürlich ist auch, so verrät sie, ein großes Stück Abenteuerlust und Freiheitsdrang dabei. „Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind“, sagt sie. Die Idee kam ihr nach Wanderschaftsgedanken ihres Sohnes Jakob. Der gelernte Zimmermann überlegt, auf die Walz zu gehen.

Drei Jahre und drei Monate will Nordmann in Etappen unterwegs sein. Nur ein Recht räumt sie sich im Unterschied zu wandernden Handwerksburschen ein, denn die dürfen während der Zeit nicht nach Hause: Sie wird zwischendurch nach dem Rechten sehen. Die Ausstellungen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten sowie in den Sommermonaten in ihrem Gewächshaus auf dem heimischen Grundstück werden laufen. Den Start in Irland erleichtert sie sich übrigens, indem sie zunächst einen Künstlerfreund in Limerick besucht. Der hat ihr ein Zimmer angeboten und sein Atelier. Um finanziell durchzuhalten, will die Nordfriesin malen und zeichnen, ob in Pubs, auf den Straßen, oder eben bei irgendeinem kreativen Freund.

„Skizzenblock, Bleistift, Radiergummi und Aquarellfarben werde ich immer dabei haben. Ich buche keine Flüge, bevor ich nicht einen starken Impuls fühle. Ich lasse mich leiten von Inspiration oder Empfehlungen der Künstler“, so ihr klares Ziel. Vielleicht, so hofft sie, darf sie ja irgendwo ein Atelier für eine spontane Ausstellung nutzen. Auf all ihren Reisen will die abenteuerlustige Frau über die Künstler berichten, sie interviewen, fotografieren, und die Berichte in Kürze auf ihre Internetseite stellen. „Vielleicht schreibe ich am Ende auch ein Buch“, sagt sie.

Nordmanns Hunger nach dem Unbekanntem und Unerwartetem ist ungebrochen. „Hinaus aus dem Alltagstrott unseres spannungslosen Wohlstandszoos, in dem unbekanntes aufgehört hat zu existieren“, so fasst die Künstlerin ihr spannendes Vorhaben zusammen.

(Udo Rahn)

Infos:
Die 1960 geborene Künstlerin hat ein Studium der Erziehungs- und Agrarwissenschaft absolviert. Autodidaktisch schulte sie sich in Kunst und machte eine Ausbildung beim dänischen Maler Hans Günther Hansen. Ausstellungen im Landtag Kiel, in der Deutschen Bücherei in Apenrade, im Deutschen Kulturinstitut in Tartu / Estland oder auf Messen zum Thema Windenergie in Husum, Hannover oder London sind nur Stichpunkte. In Galerien in Deutschland, Dänemark und Spanien sind ihre Werke vertreten.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.gesche-nordmann.com

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