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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Michaela Derra

Veröffentlicht am 04.11.2009     Artikel drucken

Grenzerfahrungen der Wahrnehmung bei Ketterer in Berlin

Vom 3. - 18. November 2009 zeigt Ketterer Kunst in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Konkrete Kunst und Design, Ingolstadt erstmals drei bedeutende Vertreter der Konkreten Kunst in der gemeinsamen Sonderausstellung Glasmeier - Megert - Wilding in der Fasanenstr. 70 in Berlin.

„Ich freue mich sehr auf diese Ausstellung mit Werken von Rolf Glasmeier, Christian Megert und Ludwig Wilding in unserem Haus“, so Robert Ketterer, Inhaber von Ketterer Kunst. Und weiter: „Mit ihren Arbeiten stellen diese wichtigen Künstler unsere gewohnten Sehweisen infrage. Sie verhelfen uns mit großer Plastizität zu faszinierend neuen Erfahrungen im Bereich der Wahrnehmung - eine unschätzbare Bereicherung für unser Fühlen, Denken und Handeln.“

Grenzerfahrungen der Wahrnehmung bei Ketterer in BerlinRolf Glasmeier
Kaufhaus-Objekt Strahlregler, 1973
Rolf Glasmeiers (*1945-2003) künstlerisches Schaffen ist auf die Verbindung scheinbarer
Gegensätze ausgerichtet. Dabei sind Grenzüberschreitungen sowie Mut zu Veränderung und Freiheit für ihn unabdingbar. In seinen Kaufhaus-Objekten, die seinen Part der aktuellen Berliner Ausstellung prägen, setzt der Künstler industriell in Serie gefertigte Alltagsgegenstände als künstlerische Spielelemente ein.

Bekanntes bekommt durch den neuen Kontext eine völlig neue Bedeutung. Der Betrachter soll ermuntert werden, die Augen zu öffnen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und so den gewohnten Blick zu ändern.


Grenzerfahrungen der Wahrnehmung bei Ketterer in BerlinChristian Megert
Scherbenbild, 1962
Christian Megert (*1936 in Bern), der eng mit der Künstlergruppe ZERO zusammenarbeitete, Rolf Glasmeier Kaufhaus-Objekt Strahlregler, 1973 Christian Megert Scherbenbild, 1962 überschreitet allein schon durch die Materialwahl für seine Werke die normal gültigen Bildgattungen.

So zeigt er bereits 1968 auf der documenta IV einen komplett mit Spiegeln verkleideten, für alle begehbaren Raum. Hier wird der Betrachter durch Spiegelung selbst Teil des Kunstwerks. Megerts Credo ist eine offene und demokratische Kunst.

1961 schreibt er in seinem Manifest “Ein neuer Raum” von seiner Vision, einen Raum ohne Anfang und Ende zu schaffen und konkret: “Wenn Sie einen Spiegel gegen einen Spiegel halten, finden Sie einen Raum ohne Ende und Grenzen, einen Raum mit unbeschränkten Möglichkeiten, einen neuen metaphysischen Raum”.


Grenzerfahrungen der Wahrnehmung bei Ketterer in BerlinLudwig Wilding
Single 8b,Objekt mit
Scheinbewegung, 1968
Ludwig Wilding (*1927 in Grünstadt, Pfalz) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der OpArt in Deutschland.

Seine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und seine Erforschung der Wirkung auf den Betrachter ist von seltener Konsequenz. Schon früh entschied er sich für die Linie als künstlerisches Mittel: „Die Variationsmöglichkeiten sind unendlich.

In der Überlagerung von Linien-Strukturen eröffnen sich ganz neue und ungeahnte Möglichkeiten“, so Wilding selbst. Aus anfänglich zweidimensionalen Überlagerungen von Strukturen entwickelt er eine optische Kunst, deren visuelle Wirkung weit über die gewohnte Kunsterfahrung hinausgeht.



Ausstellungtyp
Die Verkaufsausstellung mit rund 30 Werken (Preise von € 4.000 - € 80.000) findet in Kooperation mit der Stiftung für Konkrete Kunst und Design, Ingolstadt statt.

Ausstellungsdauer
3.-18. 11. 2009, Montag bis Freitag von 11-19 Uhr und Samstag von 11-16 Uhr

Ausstellungsort
Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, 10719 Berlin


Weitere Informationen finden Sie unter
www.kettererkunst.de

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