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Veröffentlicht am 03.11.2009 Artikel drucken
IRIS HILPERT
Entstanden aus der Beschäftigung mit experimenteller Figuration ist der zentrale Bestandteil der Figunetik als eigenständiger Stilrichtung die Vermischung figurativer und abstrakter Ausdruckselemente, wobei die abstrakte als auch die figurative Bild- und Formgebung überwiegen kann, jedoch nicht für sich allein steht.
Figunetik zeigt durch Auslotung des Spannungsfeldes zwischen abstrakter und figurativer Darstellung die Diskrepanz zwischen zunehmend technisierter Kommunikation und daraus resultierender virtueller Scheinwelten und dem realen menschlichen Miteinander.
Der Konflikt der Bewältigung dieser beiden nebeneinander existierenden „Wirklichkeiten“ wird durch das Mittel der Figunetik (figunetisches Element = Verschmelzung abstrakter und figurativer Darstellung) künstlerisch dargestellt. Die Vermischung ist hierbei grundlegend für die Aussage, da die virtuelle Kommunikation zwangsläufig in das reale Umfeld der Menschen eindringt.
Eine disharmonische Darstellung ist beabsichtigt und steht stellvertretend für die Konfliktanreicherung durch den Versuch, virtuelle und reale Welt zu verbinden. Figunetische Kunst ist gezielte Unordnung.
Diese gezielte figunetische Unordnung unterstreicht zusätzlich künstlerisch den Versuch, sich in den durch Technisierung erzeugten künstlichen Wirklichkeiten zurechtzufinden, was jedoch nicht vollständig gelingt, weshalb ein weiterer wichtiger Bestandteil der figunetischen Kunst das Fragment ist.
Iris Hilpert / 25.06.2009
Galerie Vinogradov. Internationale Kunst in Berlin.
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