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von gv
Veröffentlicht am 14.09.2007 Artikel drucken
Ausstellung
Düsseldorf, Frankfurt am Main. Die Ausstellung FilmKunstGrafik begleitet die faszinierende Arbeit der Grafiker von der ersten Idee bis zum fertigen Konzept. Neben zahlreichen Filmplakaten sind erstmals rund 200 Skizzen, Originalentwürfe und Storyboards aus Privatbesitz zu sehen, ebenso Filmausschnitte und Trailer.
In exklusiv für die Ausstellung aufgenommenen Interviews erzählen Grafiker und Filmschaffende über die spannende Symbiose von Film und Design. "Neue Filmkunst Walter Kirchner" und "Atlas Film" setzen mit ihren Werbestrategien Maßstäbe. Die Geschichte der neuen deutschen Filmgrafik der 1960er Jahre ist zugleich ein wichtiges Dokument des Aufbruchs im kulturellen Leben der Bundesrepublik.
FilmKunstGrafik wurde von den Designstudenten der Fachhochschule Düsseldorf konzipiert und realisiert, ihnen gilt unser Dank ebenso wie allen Grafikern, Filmschaffenden und Sammlern, die zum Gespräch bereitstanden und ihre Archive öffneten.
Hintergrund
Die Verleihunternehmen "Neue Filmkunst Walter Kirchner" (seit 1953) und "Atlas Film" (seit 1960) setzen sich zum Ziel, die junge Bundesrepublik mit anspruchsvollen Filmen zu versorgen. Werke von Ulrich Schamoni oder Francois Truffaut werden erstaufgeführt, Klassiker wie Goldrausch, Das Cabinett des Dr. Caligari oder Zwölf Uhr mittags erneut in die Kinos gebracht.
Revolutionär sind die Werbekampagnen der ambitionierten Verleiher: Zu jedem Film entsteht ein grafisches Gesamtkonzept, das Filmplakat, Begleitheft, Vorspann und Trailer einschließt.
Die Grafiker-Elite dieser Zeit übernimmt die Gestaltung, darunter Karl Oskar Blase, Heinz Edelmann, Fritz und Dorothea Fischer-Nosbisch, Hans Hillmann, Jan Lenica, Isolde Monson-Baumgart und Gunter Rambow. Ihnen wird vollkommene künstlerische Freiheit gewährt, ein Novum in der deutschen Filmwerbung. Die moderne Grafik wird bald zum Markenzeichen der Verleihfirmen und findet internationale Anerkennung.
Projekt
Vor rund einem Jahr wurden Designstudenten der Fachhochschule Düsseldorf auf das Archiv des Atlas Filmverleihs aufmerksam, welches in den 90er Jahren an das Filmmuseum Düsseldorf gegeben wurde. Die letzte größere Ausstellung zur Ära des künstlerischen deutschen Filmplakats fand 1975 statt, eine umfassende Publikation zum Thema gab es noch nicht - so entstand schnell die Idee zu einem Projekt.
Als "Forschungsgruppe Design+Film" fanden sich rund zehn Studierende zusammen, die das Thema für die Medien Ausstellung, Buch und Film recherchierten und dokumentierten. Sie schrieben Grafiker und Filmschaffende an und baten um Interviews und Material.
Eine durchweg positive Reaktion bestätigte: eine Exponierung des Themas war längst überfällig. Mit Unterstützung des Filmmuseums Düsseldorf, des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main und des Deutschen Filminstituts werden die Ergebnisse der studentischen Forschungsarbeit nun der Öffentlichkeit präsentiert.
Termine
Filmmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf
08. September bis 18. November 2007
Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main
29. November 2007 bis 10. Februar 2008
Ausstellungskonzeption und -gestaltung
Melanie Abendschein, Tobias Jochinke, Marc Rogmans
Konzeption und Bau der Ausstellungsarchitektur
Daniel Henrici, Klaus Hogrebe, Daniel Michel, Jochen Zäh