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von GV
Veröffentlicht am 16.12.2008 Artikel drucken
Anlass für diese Ausstellung zeigt ein Textauszug, den die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt erhalten hat. In diesem Textauszug wird geschildert, welch schlimmes Schicksal immer noch viele Frauen erleiden müssen.
[imgl]http://www.galerienvirtuell.de/images/artikel/1051-1.jpg[/imgl]Häusliche Gewalt: Immer noch sind Demütigungen, Schläge und Vergewaltigungen an der Tagesordnung.
"...haben z.B. eine Praktikantin aus Kasachstan für vier Monate bei uns gehabt. Sie kam mit Ihrer Mutter und dem Stiefvater nach Deutschland. Sie sagte mir, dass sie sich große Sorgen um ihre Schwester in Kasachstan macht, da dort mittlerweile Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind. Viele Mongolen sind nach Kasachstan zurückgekehrt, und nehmen sich das Recht, Frauen zu demütigen, zu schlagen und zu vergewaltigen. Sie hat große Angst um ihre Schwester, die nicht mit nach Deutschland konnte.
Es scheint dort auf offener Straße zu passieren. Die Schwester verlässt bei Dämmerung nicht das Haus und öffnet keinem die Tür. Jedoch geht hier die Gewalt weiter. Der eigentlich so nette Stiefvater aus Kasachstan ist in Deutschland ein Tyrann. Wenn er getrunken hat, schlägt er die Mutter.
Die Mutter durfte nur den kleinen Grundkurs Deutsch absolvieren und darf keinen Kontakt zu Deutschen haben. Er hat Angst, dass sie sonst geht und er seine Putz- und Hausfrau verliert. Sie bekommt kein Geld von ihm. Sie muss das Geld für die Lebensmittel mit Putzen verdienen. Am Anfang wusste er nichts davon, dann ist er dahinter gekommen. Jetzt ist die Stieftochter vor ihm sicher, da sie in eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund gezogen ist.
Ich habe mich für Tanja, die Tochter, eingesetzt. Sie hat jetzt einen Ausbildungsstelle und hat mehr Kontakt zu Deutschen. Im nächsten Jahr kommt Tanja zu einem Praktikum innerhalb ihrer Ausbildung wieder zu uns. Wir freuen uns so, dass wir helfen konnten. Es ist nur ein Schicksal und andere Schicksale sind vielleicht viel schlimmer, aber zu sehen, wie diese junge Frau bei uns während der vier Monate aufgeblüht ist und wie selbstbewußt sie jetzt ist, ist schon toll.
Der Mutter konnte ich, durch einen Kontakt mit der Integrationsverantwortlichen, einen Deutschkurs mit 600 Std. vermitteln und sie geht dort nun seit einiger Zeit hin. Gemeinsam wollen wir der Mutter hier eine eigene Existenz aufbauen, damit sie von diesem Mann, der sie hält wie seine Leibeigene, wegbekommen. Sie hat Angst, aber sie möchte.
Er hat sie bisher nicht mehr geschlagen. Tanja möchte mit meiner Hilfe die deutsche Staatsangehörigkeit im nächsten Jahr erlangen, damit sie ihre Schwester aus Kasachstan zu sich und ihrer Mutter holen kann. Die Schwester lernt schon ihre neue Sprache, damit es hoffentlich mit der Familienzusammenführung klappt."
Eröffnung der Ausstellung
06.01.09, 19:30h
Ausstellungsdauer
06.01.09 bis 12.01.09
Ort
Galerie Camera Obscura
Lübecker Str. 32 - im Hof
in Dortmund