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von Jan Frontzek
Veröffentlicht am 20.04.2009 Artikel drucken
Alexandra Schumachers Installationen, Objekte und Fotografien beschäftigen sich mit grundlegenden und oft unbewussten, eher abstrakten Mechanismen und Strukturen, die unseren Alltag steuern. Diese Steuerungssysteme übersetzt sie in skulpturale Formen, die den Ausstellungsraum strukturieren – und auch die Bewegungen des Betrachters in ihm.
Beispielhaft für diese doppelte Strukturierung sei das Konzept der iterativen Verbesserung genannt, das in fast allen Arten von industrieller Entwicklung und Produktion benutzt wird. Alexandra Schumacher beschäftigt sich mit diesem Thema bereits eine längere Zeit und hat ihm eine Serie von Installationen gewidmet, die aus Neonlampen und Fotografien bestehen (Iterative Optimierung der Systematik I-III, 2006-2007).
Die verwendeten Neonlampen waren ursprünglich Teil eines industriellen Deckenbeleuchtungssystemes im Foyer eines öffentlichen Gebäudes. Die Leuchten enthielten Verbindungselemente, die eine bestimmte Anzahl von möglichen Verbindungen der Lampen vorgaben, um eine zweidimensionale Gitterstruktur zu bilden.
Alexandra Schumacher zwingt dieses Lampensystem in ihren Installationen in die dritte Dimension und bildet aus ihnen abstrakte geometrische Formen, deren Überlegenheit gegenüber anderen möglichen Formen allein durch den Titel suggeriert wird.
Die Beantwortung der Frage, welche Eigenschaften optimiert wurden und was das zugrundeliegende Bewertungskriterium war, was also „besser“ in diesem Fall bedeuten soll, bleibt allein dem Betrachter überlassen.
Ihre aktuelle Arbeit präsentiert sie ab dem 01. Mai im Wedding bei VLASAKcontemporary in der Soloshow „Conquest Of Space“.
Das Trägergitter einer standardisierten Plattendeckenabhängung für Büros und Geschäftsräume bildet die Grundlage dieser Installation. Es zerschneidet den realen Ausstellungsraum in allen Dimensionen und ist zusätzlich in den nicht existenten Raum illusionistisch verlängert. Durch die Anordnung von Objekten wird dieses Gitter zu einem realen 3-D-Raster mit Referenzpunkten, wie es auch das Grundprinzip filmischer Computeranimationen ist und somit zum “Maßstab” der Realität dieses Ortes.
Diese mehrfach wechselseitige Referenz von definierter Realität und Irrealität/Virtualität wird unterbewusst erweitert durch den Bezug auf die Architektur des Ausstellungsumfeldes (grafische Oberflächen, Raster und vorgefertigte Baumaterialien) und seine Baugeschichte (größtes Sanierungsgebiet der alten BRD, Schaufenster zum Osten).
Ausstellung
Alexandra Schumacher "CONQUEST OF SPACE"
Ausstellungseröffnung
am Freitag, dem 01. Mai 2009 um 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer
01.Mai bis 26. Juni 2009 nach Vereinbarung / by appointment.
Ort
VLASAKcontemporary
Brunnenstraße 68-II / Demminer Straße 32, U8 Voltastraße
Weiter Informationen finden Sie unter
www.vlasak-contemporary.de/