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von Jan Tengeler
Veröffentlicht am 27.03.2008 Artikel drucken
"Leidenschaft zum Überleben"
Europas beweglichste Bürger hat Günter Grass sie einmal genannt, denn sie würden Grenzen überwinden. Doch als umherziehendes Volk kann man die Roma nur noch bedingt bezeichnen, nicht nur in Mitteleuropa sind die meisten von ihnen sesshaft geworden.
Trotz der Tendenz zur Anpassung werden die Roma jedoch nicht überall akzeptiert und sind nach wie vor Diskriminierungen ausgesetzt. Dass sie keine ausgeprägte Schriftkultur haben, verschärft die Probleme bisweilen und fördert die Isolation. Manche Roma sind Analphabeten, weil ihre kulturellen Werte wie eh und je durch Erzählungen und vor allem die Musik überliefert werden.
Die Roma kommen ursprünglich aus Nordindien, das sie seit dem fünfzehnten Jahrhundert in verschiedenen Auswanderungswellen verlassen haben. Ihr Weg führte sie in die ganze Welt, vor allem aber nach Europa, wo heute ca. zehn Millionen Roma leben. Das Musizieren war dabei stets ein Stützpfeiler ihrer Identität und steht für eine bis heute klar umrissene Roma-Kultur.
Die Lange Nacht sucht in der Vielfalt dieser alten Tradition nach Mythen und Realität. Denn die Musik bringt die Geschicke und den Charakter dieses Volkes mit unbändiger Lebensfreude und zugleich abgrundtiefem Schmerz auf den Punkt.
Sendetermin: 29. März
Zu den Live-Streams:
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandfunk