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von arteversum

Veröffentlicht am 13.05.2010     Artikel drucken

Die RuhrFigur steht - 50 Kilometer Kunst zwischen Duisburg und Dortmund

Die RuhrFigur steht - 50 Kilometer Kunst zwischen Duisburg und DortmundMit ihm freuen sich am Standort 98/100 der RuhrFigur (v.l.n.r.):
Dr. Rosemarie E. Pahlke (Kunstreferentin für Kulturhauptstadt RUHR.2010 Dortmund), Michael Janke (Vorstand vom DEPOT e.V.) und Petra Voigtmann (Galerie arteversum Düsseldorf)

Am Freitag, 07.05.2010 pünktlich um 11 Uhr war es soweit: die letzte der 100 EdelstahlFiguren ist an ihrem Dortmunder Standort vor dem DEPOT an der Immermannstraße aufgebaut worden.


Hier, wo der Künstler Wolfgang Schmidt sein Atelier hat, schließt sich damit der Kreis.
Die RuhrFigur, das 50 Kilometer lange Kunstwerk zwischen Duisburg und Dortmund ist komplett.

Wolfgang Schmidt: „Ich kann es selber noch kaum glauben, alles hat perfekt geklappt. Ich bin total glücklich.“


Offizieller Festakt

Nach dem offiziellen Festakt Ende April am Dortmunder Hoesch-Museum begann der Künstler Wolfgang Schmidt mit dem Aufbau seiner RuhrFigur: 100 EdelstahlFiguren mit einem Gesamtgewicht von knapp 10 Tonnen sind an ihre 100 vorbestimmten Standorte gebracht und aufgestellt worden. Dabei hat Wolfgang Schmidt die 100 Plätze so festgelegt, dass ihre Verbindungslinien aus dem Weltall betrachtet wieder die Figur selbst ergeben: Die einhundert 2,50 Meter großen EdelstahlFiguren erstrecken sich damit über eine Gesamtlänge von rund 50 Kilometern.


Die künstlerische Vision

Rolf Lieberknecht, Professor für Bildhauerei und Kommunikationsdesign an der Folkwang-Universität Essen: Ihre gewaltige Symbolkraft entsteht im Kopf, die RuhrFigur verbindet Städte und Gemeinden der RuhrMetropole, in gewisser Weise vereint sie auch.

„Meine RuhrFigur, die sich ja über die gesamte Ost-West-Achse ausdehnt, steht vor allem für die Menschen unserer Region – für jeden einzelnen genauso wie für den Ruhrgebiets-Typen an sich.“ Künstlerisch geht es Wolfgang Schmidt um das Spannungsfeld von Masse und Individuum. Alle seine langgestreckten Figuren sind sich selbst ähnlich aber niemals gleich. „Das ist auch bei den 100 RuhrFiguren so, keine ist wie die andere, Schnittkanten, Schweißpunkte und Schleifspuren sind erst der Anfang. Jede der 100 Edelstahlfiguren wird etwas von ihrem jeweiligen Standort annehmen, witterungsbedingt genauso wie durch Umwelteinflüsse – je nachdem, wo sie stehen: In der Fußgängerzone, an der Polizeiwache, im Schrebergarten, auf dem Zechengelände oder an der Tankstelle. Die 100 EdelstahlFiguren werden 2010 einiges erleben.


Nachhaltigkeit inklusive

Die RuhrFigur ist ein nachhaltiges, werteschaffendes Patenschafts-Angebot, für das die zweimalige Olympiasiegerin im Hochsprung, Ulrike Nasse-Meyfarth, die Schirmherrschaft übernommen hat. Seit vielen Jahren engagiert sich eine der erfolgreichsten deutschen Leichtathletinnen für kulturelle und soziale Projekte.

Ulrike Nasse-Meyfarth: „Die europäische Kulturhauptstadt RUHR 2010 fördert das zweifellos vorhandene kreative Potential dieser Region. Da entstehen tolle Ideen und Projekte, zu deren Gelingen ich gerne beitragen möchte. Sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient. Und die RuhrFigur von Wolfgang Schmidt liegt mir besonders nahe. Mein Mann hat dazu eine verblüffende Erklärung: Irgendwie hat sie genauso lange Beine wie Du.“

Jeder kann Eigentümer seiner eigenen persönlichen RuhrFigur werden: Denn nach der zeitlich begrenzten Installation anlässlich Ruhr 2010 geht jede der 100 nummerierten und signierten EdelstahlFiguren in den Besitz ihres jeweiligen Förderers über – und kommt dann für immer auf das eigene Grundstück, auf die Terrasse oder in die eigene Wohnung.


Das Serielle bei Wolfgang Schmidt

Seit fast 20 Jahren arbeitet Wolfgang Schmidt mit dem Motiv seiner schmalen langbeinigen Figur. Wenn man so will, ist sein ganzes Werk eine einzige Serie: das Arbeiten mit dem gleichen Motiv immer und immer wieder. In allen möglichen künstlerischen Medien, in allen möglichen Größen, Farben, Materialien.

Wolfgang Schmidt über seine Arbeiten: „Serie meint ja zum einen die genau festgelegte Formel, die dem künstlerischen Schaffen zugrunde gelegt wird, die es bündelt, einschnürt, in Fesseln legt – und zum anderen die Leidenschaft, mit der sich ein Künstler einer Aufgabe in allen ihren Facetten und Nuancen annimmt, die ihn zwingt, etwas wieder und wieder in Angriff zu nehmen, und sich der Einzigartigkeit der Aufgabe Mal ums Mal zu ergeben.“ Die langbeinige Gestalt ist für Wolfgang Schmidt die Formel, mit der er künstlerisch hantiert, die sein Werk bestimmt und der er sich immer wieder widmet.


„Mein Quadrat ist die Figur“

Sucht man in der Kunstgeschichte nach einem direkten Vergleich, wäre vielleicht Josef Albers so etwas wie ein Seelenverwandter. Beinahe 30 Jahre lang setzt Albers sich in seiner Serie „Hommage to the Square“ mit dem Quadrat auseinander. Obwohl sein Ansatz analytischerer Art ist und er das Verhältnis von Farben, Formen, Linien und Flächen zueinander systematisch untersucht, bleiben dem Betrachter die unerschöpflichen farbenfrohen Variationen der Quadrate in Erinnerung. Quadrate in allen Größen und Farben. So wie es Wolfgang Schmidts Figuren in sämtlichen Variationen gibt: „Aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied, ich arbeite nicht mit geometrischen Formen, mein Quadrat ist die Figur“.


Auf die Plätze, fertig, los ...

„Meine RuhrFigur steht. Von Duisburg bis Dortmund.“ Der Glücklichste von allen, die zum Gelingen beigetragen haben, ist natürlich der Künstler selbst. „Ich freu mich jetzt schon darauf, alle 100 Standorte abzufahren. An einigen davon bin ich sogar von den Besitzern schon zur „Sekt-Taufe“ vor Ort eingeladen.“


Weitere Informationen finden Sie unter
www.arteversum.com
www.ruhrfigur.de

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