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von arteversum

Veröffentlicht am 28.04.2010     Artikel drucken

Die RuhrFigur rückt aus - Wolfgang Schmidt

Die RuhrFigur rückt aus - Wolfgang SchmidtDie RuhrFigur Installation vor dem Hoesch-Museum
Foto: © arteversum, Düsseldorf, 2010

Mit einem offiziellen Festakt am Hoesch-Museum in Dortmund geht am 23. April 2010 die von dem Künstler Wolfgang Schmidt geschaffene RuhrFigur an den Start. Alle 100 EdelstahlFiguren mit einem Gesamtgewicht von knapp 10 Tonnen werden von dem legendären Stahlgelände nahe dem Borsigplatz zu ihren jeweiligen Standorten zwischen Duisburg und Dortmund gebracht und aufgebaut.


Dabei hat Wolfgang Schmidt die 100 Plätze so festgelegt, dass ihre Verbindungslinien aus dem Weltall betrachtet wieder die Figur selbst ergeben: Die einhundert 2,50 Meter großen EdelstahlFiguren erstrecken sich damit über eine Gesamtlänge von rund 50 Kilometern.


Die künstlerische Vision

Rolf Lieberknecht, Professor für Bildhauerei und Kommunikationsdesign an der Folkwang-Universität Essen, wird in seiner Eröffnungsansprache in das Werk des Dortmunder Künstlers einführen und besonders die künstlerische Vision der RuhrFigur herausarbeiten: Ihre gewaltige Symbolkraft entsteht im Kopf, die RuhrFigur verbindet Städte und Gemeinden der RuhrMetropole, in gewisser Weise vereint sie auch.

„Meine RuhrFigur, die sich ja über die gesamte Ost-West-Achse ausdehnt, steht vor allem für die Menschen unserer Region – für jeden einzelnen genauso wie für den Ruhrgebiets-Typen an sich.“ Künstlerisch geht es Wolfgang Schmidt um das Spannungsfeld von Masse und Individuum. Alle seine langgestreckten Figuren sind sich selbst ähnlich aber niemals gleich. „Das ist auch bei den 100 RuhrFiguren so, keine ist wie die andere, Schnittkanten, Schweißpunkte und Schleifspuren sind erst der Anfang. Jede der 100 Edelstahlfiguren wird etwas von ihrem jeweiligen Standort annehmen, witterungsbedingt genauso wie durch Umwelteinflüsse – je nachdem, wo sie stehen: In der Fußgängerzone, an der Polizeiwache, im Schrebergarten, auf dem Zechengelände oder an der Tankstelle. Die 100 EdelstahlFiguren werden 2010 einiges erleben.

Die RuhrFigur rückt aus - Wolfgang SchmidtDer Künstler Wolfgang Schmidt übergibt der Schirmherrin Ulrike Nasse-Meyfarth ihre persönliche RuhrFigur 82/100
Foto: © arteversum, Düsseldorf, 2010



Nachhaltigkeit inklusive


Die RuhrFigur ist ein nachhaltiges, werteschaffendes Patenschafts-Angebot, für das die zweimalige Olympiasiegerin im Hochsprung, Ulrike Nasse-Meyfarth, die Schirmherrschaft übernommen hat. Seit vielen Jahren engagiert sich eine der erfolgreichsten deutschen Leichtathletinnen für kulturelle und soziale Projekte.

Ulrike Nasse-Meyfarth: „Die europäische Kulturhauptstadt RUHR 2010 fördert das zweifellos vorhandene kreative Potential dieser Region. Da entstehen tolle Ideen und Projekte, zu deren Gelingen ich gerne beitragen möchte. Sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient. Und die RuhrFigur von Wolfgang Schmidt liegt mir besonders nahe. Mein Mann hat dazu eine verblüffende Erklärung: Irgendwie hat sie genauso lange Beine wie Du.“

Jeder kann Eigentümer seiner eigenen persönlichen RuhrFigur werden: Denn nach der zeitlich begrenzten Installation anlässlich Ruhr 2010 geht jede der 100 nummerierten und signierten EdelstahlFiguren in den Besitz ihres jeweiligen Förderers über – und kommt dann für immer auf das eigene Grundstück, auf die Terrasse oder in die eigene Wohnung.


Das Serielle bei Wolfgang Schmidt

Seit fast 20 Jahren arbeitet Wolfgang Schmidt mit dem Motiv seiner schmalen langbeinigen Figur. Wenn man so will, ist sein ganzes Werk eine einzige Serie: das Arbeiten mit dem gleichen Motiv immer und immer wieder. In allen möglichen künstlerischen Medien, in allen möglichen Größen, Farben, Materialien.

Wolfgang Schmidt über seine Arbeiten: „Serie meint ja zum einen die genau festgelegte Formel, die dem künstlerischen Schaffen zugrunde gelegt wird, die es bündelt, einschnürt, in Fesseln legt – und zum anderen die Leidenschaft, mit der sich ein Künstler einer Aufgabe in allen ihren Facetten und Nuancen annimmt, die ihn zwingt, etwas wieder und wieder in Angriff zu nehmen, und sich der Einzigartigkeit der Aufgabe Mal ums Mal zu ergeben.“ Die langbeinige Gestalt ist für Wolfgang Schmidt die Formel, mit der er künstlerisch hantiert, die sein Werk bestimmt und der er sich immer wieder widmet.


„Mein Quadrat ist die Figur“

Sucht man in der Kunstgeschichte nach einem direkten Vergleich, wäre vielleicht Josef Albers so etwas wie ein Seelenverwandter. Beinahe 30 Jahre lang setzt Albers sich in seiner Serie „Hommage to the Square“ mit dem Quadrat auseinander. Obwohl sein Ansatz analytischerer Art ist und er das Verhältnis von Farben, Formen, Linien und Flächen zueinander systematisch untersucht, bleiben dem Betrachter die unerschöpflichen farbenfrohen Variationen der Quadrate in Erinnerung. Quadrate in allen Größen und Farben. So wie es Wolfgang Schmidts Figuren in sämtlichen Variationen gibt: „Aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied, ich arbeite nicht mit geometrischen Formen, mein Quadrat ist die Figur“.


Auf die Plätze, fertig, los ...

Nach dem offiziellen RuhrFigur-Festakt am Freitag, 23. April 2010, sind die insgesamt knapp 10 Tonnen schweren Edelstahl-Skulpturen auch am Wochenende Samstag und Sonntag (24. und 25. April 2010) noch vor dem Hoesch-Museum zu sehen. Die einzige Gelegenheit überhaupt, alle 100 Skulpturen auf einen Blick zu erleben – und zwar vom Künstler so installiert, dass sie aus dem zweiten Stock des Museums betrachtet wieder die Figur selbst ergeben. Ein Bild, das ein Stück weit Kunstgeschichte schreiben wird.

Ab Montag, 26. April 2010, werden die 100 Edelstahl-Skulpturen dann zu ihren vom Künstler festgelegten Standorten gebracht und dort auf einem massiven Betonsockel montiert: „Damit wird die RuhrFigur im jeweiligen Umfeld nicht nur besser sichtbar, sie wird gleichzeitig auch sicherer. Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserem handfesten Beitrag bei der Realisierung eines solch gewaltigen Werkes helfen können,“ erklärt Dr. Bernd Feyerabend von der HOCHTIEF Construction AG. Ihm ist es auch zu verdanken, dass der Künstler Wolfgang Schmidt beim Ausrücken seiner RuhrFigur von Mitarbeitern der STREIF-Baulogistik tatkräftig unterstützt wird.

„Meine RuhrFigur steht. Von Duisburg bis Dortmund.“ Der Glücklichste von allen, die zum Gelingen beigetragen haben, ist natürlich der Künstler selbst. „Ich freu mich jetzt schon darauf, alle 100 Standorte abzufahren. An einigen davon bin ich sogar von den Besitzern schon zur „Sekt-Taufe“ vor Ort eingeladen.“


Weitere Informationen finden Sie unter
www.arteversum.com
www.ruhrfigur.de

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