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von Boris Schmidtke

Veröffentlicht am 10.06.2009     Artikel drucken

Die Geometrie des Paul Cézanne

Der französische Maler Paul Cézanne wurde als ältester Sohn des Händlers und Bankiers Louis-Auguste Cézanne und der Anne-Élisabeth Aubert in Aix-en-Provence geboren. Seit seiner Jugend verband ihn eine enge Freundschaft mit dem späteren Schriftsteller Emile Zola. Zwischen 1859-1861 studierte Cézanne auf Wunsch seines Vaters Jura an der Universität in Aix-en-Provence. Gleichzeitig nimmt er Zeichen- und Malunterricht an der freien Zeichenschule der Stadt, wo er auch Camille Pissaro kennen lernt.

Die Geometrie des Paul CézanneFoto Paul Cézanne, um 1861Unter dem Einfluss von Edgar Degas bricht Paul Cézanne das Jura-Studium ab und eröffnet ein eigenes Atellier in Paris, wo er u.a. Édouard Manet , Claude Monet und Auguste Renoir und Toulouse-Lautrec kennen lernt. Nach der Ablehnung an der Kunstschule École des Beaux-Arts kehrt Camille Pissaro entmutigt nach Aix-en-Provence zurück und arbeitet für kurze Zeit in der Bank seines Vaters. Nachfolgend zieht es Cézanne wieder nach Paris, wo er 1863 an der ersten Ausstellung im "Salon des Refusés" (Salon der Zurückgewiesenen) einige Bilder ausstellt. Im Jahre 1869 lernt Paul Cézanne die Buchbinderin Hortense Fiquet kennen, die seine Geliebte wird und mit der er nach seiner Hochzeit ein Kind haben wird.

Während des Deutsch-Französischen Krieges in den Jahren 1870/1871 zog es Paul und Hortense in das bei Marseille gelegene Fischerdorf L’Estaque, das Paul bis zu seinem Tod immer wieder aufsuchen wird. Hier entstehen einige seiner bekanntesten Werke und hier entstehen auch die kubistischen Experimente von Paul Cézanne: Um den Blick aus mehreren Perspektiven zu erreichen, zerlegt Cézanne die Objekte in seinen Bildern nunmehr in geometrische Figuren. Diese geometrischen Figuren werden perspektivisch dargestellt, so dass der visuelle Eindruck entsteht, das ursprüngliche Objekt von mehreren Seiten aus zu sehen.

In gleicher Weise strebt Cézanne die Reduktion auf geometrische Grundformen an: Uneinheitlichkeit der Perspektive und Beleuchtung, Deformierung der Maßverhältnisse sind die Folge. Cézanne lässt durch diesen Prozess den Impressionismus hinter sich und gibt damit der modernen Kunst, vor allem dem Fauvismus und Kubismus nachhaltige Impulse. Heute zählt der Kubismus zu den bedeutendsten Kunststilrichtungen der Moderne und beeiflusste nachhaltig die Architektur und Musik.


Kunstdrucke des Künstlers finden Sie auf
www.wooop.de

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