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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Michael Wüst

Veröffentlicht am 21.07.2009     Artikel drucken

Das Auge und der Geist - Ital. Künstler in der whiteBOX

Das Auge und der Geist - Ital. Künstler in  der whiteBOXRachel Heller und Danilo Fiorucci präsentiert von Anna Zanco-Prestel, pro arte e.V., in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut München

In der Ausstellung „DAS AUGE UND GEIST“ arbeiten die Künstler italienischer Herkunft Danilo Fiorucci, Rachel Heller, Luca Costantini und Serenella Lupparelli zwischen „visueller Wahrnehmung“ und „geistiger Erfahrung“. Präsentiert wird die Werkschau vom 30. Juli bis zum 23. August in der Kunsthalle whiteBOX in der Kultfabrik in München. Über ihre Malerei, Skulptur, digitalen Fotografie, Video- und Audio-Installation betreiben die international renommierten Kunstschaffenden auf unterschiedliche Weise eine ununterbrochene Befragung ihrer Visionen.

Das kann durch eine analytische Zeichnung oder durch eine Farbe geschehen, die Emotionen hervorruft, durch volles Licht oder Verdunkelung, mittels Form oder durch das Unbestimmte…

Die Interaktion zwischen Philosophie, Literatur, Poesie und schöpferischem Akt ist der rote Faden, der die unterschiedlichen verschiedenen Aspekte der Werkschau miteinander verbindet. Ihren Titel bezieht sie aus dem Essay „L’oeil et l’Esprit“ (Das Auge und der Geist) des französischen Philosophen Maurice Merlau-Ponty, eines Hauptvertreters der Phänomenologie. Von dieser lebendigen und tiefgründigen Reflexion über die Malerei und die Vision, die ihr zugrunde liegt, beginnt die Suche von Danilo Fiorucci.

Von einem auf den Mechanismen der Wahrnehmung basierenden Experimentieren gelangt er zur beabsichtigten Entzerrung der Gebilde. Der Brennpunkt verlagert sich folglich auf den Begriff „ Feld“ und macht Bilder erkennbar, die an die Atmosphäre der „Spazialisti“ erinnern, bei denen Licht als Materie den Raum kreiert, mal voller „Fleisch“, mal kaum greifbarer Staub… Dasselbe gilt auch für die Skulpturen, die in ihrer edlen Eleganz durch die Plastizität der klassischen Formen bestechen. Eine Plastizität, die angelehnt an die Dimensionen des menschlichen Körpers das Gefühl vermittelt, einer reellen Körpersprache gegenüber zu stehen.

Philosophisch angehaucht – und trotzdem sehr laizistisch – ist das Streben nach dem Absoluten der italo-israelischen Künstlerin Rachel Heller, ein Widerhall ihrer täglichen Beschäftigung mit dem „Buch der der Bücher“.

Die Farbpalette Schwarz-Weiß in ihren riesigen Kunstdrucken und Gemälden versinnbildlicht den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, wie die Malereischlachten, die sich diese Gegenpole mit geballter Energie auf ihren Leinwänden liefern. Denn „ein Tropfen schwarzer Farbe ins Weiße wird dieses für immer verfinstern, aber keine Menge der weißen Farbe wird das Schwarz erhellen“. Den gleichen Impetus findet man auch in dem Magnetismus ihrer schamanischen „Mirror-Writing-Bilder“ wieder.

Er lässt in den kleineren Acrylbildern und in den Digitalfotos, die das wiederkehrende Motiv der Welle behandeln, allmählich nach. Bei ihren Beobachtungen der Wellen als Monaden eines komplexen philosophischen Gebaüdes folgt sie den bizarren Selbstgesprächen des „ Palomar“ aus der begnadeten Feder von Italo Calvino.

Auch mit dem geschriebenen Wort, in dem Fall mit beinahe bis zur Unkenntlichkeit entstellten Schriftzeichen, setzt sich der aus Siena stammende Künstler Luca Costantini grafisch und akustisch auseinander. Künstlerisch überdeckte, mit schwarzer Tinte verdunkelte Buchstaben trennen sich aus den Versen des einsamen Dichters Sandro Penna ab, den Pier Paolo Pasolini für den „italienischen Rimbaud“ hielt. Vom Papier und vom Konventionalismus der Zeichen befreit, verbreiten sich seine „Poesie abbbuiate“ (Verdunkelte Gedichte) in der Luft und gehen wie ein sachter „Nieselregen“ auf die umliegende Umgebung nieder.

In einer mit der Künstlerin Serenella Lupparelli aus Foligno gemeinsam realisierten Audio-Installation präsentiert Costantini auch eine neue Version seiner ursprünglichen Arbeit. Das langsame Dahinschmelzen einer Reihe von Buchstaben aus vereister schwarzer Farbe wird dort zur Metapher der Auflösung mancher „intellektuell-existenzieller Gewissheiten.“

Anna Zanco Prestel - Juli 2009


Eröffnung: Mittwoch 29.7.2009, 18.00 Uhr mit Anna Zanco-Prestel
Laufzeit: 30.7. - 23.8.2009, Do-Fr 17h-21h, Sa-So 15h-20h


Weitere Informationen finden Sie unter
www.whitebox-ev.de

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