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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Dr. Ralf Convents

Veröffentlicht am 28.04.2006     Artikel drucken

Choreographische Strukturen in bewegten Bildern

Jump Cut-Nights - Choreographische Strukturen in bewegten Bildern. Eine Veranstaltung der SK Stiftung Kultur, Köln im Rahmen des Filmforums NRW


SK Stiftung Kultur möchte herzlich einladen zu einem weiteren Abend der Reihe Jump Cut-Nights.

Für den Tanz wie für die Skulptur und ebenso den Videotanz spielt das Verhältnis des Körpers zum Raum eine grundsätzliche Rolle. Dieses Bewusstsein hat die Entwicklung in den letzten 100 Jahren entscheidend mitgeprägt.

Besonders in den letzten Jahrzehnten kam es zu experimentellen Begegnungen zwischen Künstlern dieser Gattungen, die belegt haben, dass hier erstaunliche Parallelen zu finden sind. Das Programm thematisiert die Begriffe "Körper" und "Leib", beschäftigt sich mit Körper im Raum, mit dem sich durch den Raum bewegenden Leib und der subjektiven Wahrnehmung des Raumes.

Zwischen den Filmblöcken gibt es Gelegenheit zur Diskussion. Freuen Sie sich auf das Filmprogramm zu folgenden Themen:

1. Körper
Ingo Günther: Rotorama, 1985, 3’, Ton, Farbe
In einem Höhenflug der digitalen Bildbearbeitung setzt Ingo Günthers "Rotorama" ein Karussell der Fernsehbilder in Bewegung.

Durch die extrem vorangetriebene Beschleunigung der technisch perfekten Bilder vermittelt er den Eindruck einer unaufhörlich rotierenden Medientrommel, die Informationen in einem rauschhaften Schwindel verschleudert.

Daniel Burkhardt: grundlos, 2005, 3’, Ton, s/w
Die Videoarbeit ’grundlos’ verbindet drei Perspektiven zu einem Bild. Der Blick ruht auf einer urbanen Bodenstruktur, deren rechtwinklige Struktur sich in Kreis- und Spiralbewegungen entzieht.
Ein Paar schreitet über die wabernde Fläche, wie unberührt.

Wolfgang Ludewig: Les vaisseaux cinematographiques,
(Das kinographische Gefäß), 2006, 7’, s/w
Der siebenminütige Video-Clip "Les vaisseaux cinematographique" geht der Frage nach, welche Art von Bildern wir zu sehen bekämen, würde ein Projektor, dessen Aufgabe es ist, Filme auf eine Leinwand zu projizieren, anstatt dessen seine eigenen Vorgänge, Strukturen und Eigenheiten in bewegte Bilder umzusetzen.

Erik Schmelz: Matrjoschka, 2005 2006, 7’, Ton, s/w
, 7’35’’, Farbe
"In dem Video "Matrjoschka" räume ich Gegenstände aus einer Umzugskiste in einen Raum ein. Die Dinge und der Raum werden für den Betrachter nur durch meine Bewegungen und Handlungen kurz sichtbar."


2. Leib
J.F. Guiton/Michael Witlatschil: Stand 20-Paar B, 1991, 12’40’’, Ton, Farbe Michael Witlatschil wird bei der Aufstellung einer seiner äußerst labilen Plastiken gezeigt: Künstler und Plastik kämpfen um den ’Stand’.

Cosima Santoro: Im Goldenen Schnitt II -
Gerhard Bohner/Robert Schad, 1989, ca. 8’, Ton, Farbe
"Wo Vera Röhms Environment die Bewegungen des Tänzers außerordentlich konzentriert ..., fransen die Lebensäußerungen des Choreographen in dem von Schad gestalteten Raum deutlich aus. Ein Verlust von Leben wird sichtbar, ein Sterben spürbar. Ein Totentanz begibt sich in den vierzehn Stationen eines christlichen Kreuzwegs." (Jochen Schmidt)

Peter Welz: william forsythe retranslating " unfinished portrait " by f.
bacon, 2006, 2’16’’, Ton, Farbe
bacon’s unfinished portrait, still in Bewegung übersetzt, Studie bacon’s unfinished portrait, still, in Bewegung übersetzt, von drei Kamera-Perspektiven gefilmt neues still, Zeichnung entstanden auf Papier während forsythe’s Performance

Rexi Tom Weller/Ruben Malchow: Fest der Liebe, 2005, 7’58’’, Ton, s/w
"Fest der Liebe" ist ein giftiger Angriff auf den Prolog von Leni Riefenstahls "Fest der Schönheit". Der Film stellt die filmische Machart von "Fest der Schönheit" in Frage und parodiert die propagandistischen Inhalte und Werte.

Thomas Köner: Périphériques I-III, 2005/2006, 13’13’’, Ton, Farbe
3 Orte am Rande unserer Wahrnehmung, 3 kurze Augenblicke des Alltäglichen. Périphériques versucht, die Tiefe des Moments zu entdecken, als existierte ein Mikrokosmos der Zeit.

Menschen auf einer Straße in Harare, in Belgrad und einer Favela in Buenos Aires: die Kamera sieht zerfließende und wiederkehrende Muster in den Bewegungen der Menschen, erkennt Geschichten in Gesichtern, die transparent werden.

Im letzten Teil kommt unser Blick den vorbeigehenden Passanten am nächsten, aber die Personen erscheinen leer - auch sie etwa peripher?

Anschließend besteht in der Jump-Cut Lounge die Möglichkeit zum Gespräch und Austausch mit dem Kurator, außerdem werden einige der Künstler anwesend sein.


Mittwoch, 03.05.06 | Körper-Leib-Raum
Kurator: Dr. Uwe Rüth, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl/Marler
Medien-Kunst-Preise
Ort: Filmforum NRW c/o Kino im Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

Jump Cut-Lounge ab 18:30 Uhr mit der Installationen/ Loop
Samuel Beckett
"Quadrat I u. II"
1981, Fernsehsendung des SWR

Filmprogramm/ Lecture: 19:30 Uhr
Eintritt: 5€, ermäßigt 4€

Detaillierte Informationen zum Programm siehe:
www.sk-kultur.de/videotanz/deutsch/jumpcutnights/jumpcut.htm
oder Tel.: 0221 / 226 2906

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