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von Jens Jüttner
Veröffentlicht am 12.03.2007 Artikel drucken
Erwin Heerich spielte in der Entwicklung der beiden Künstler Karl-Heinz Heming aus Mönchengladbach und Manfred Bade aus Krefeld, die ab Freitag, 23. März, ihre Arbeiten unter dem Titel "Quer-Schnitt - Malerei und Bildhauerei" in der Galerie Artwork in Viersen an der Hochstraße 63 ausstellen, gleichermaßen ein Rolle - wenn auch eine unterschiedliche.
Der Bildhauer und Objektkünstler Heming aus Mönchengladbach hat bei Heerich, dem inzwischen verstorbenen Professor der Staatlichen Kunstakademie, studiert, sich vieles von seinem Lehrer zu eigen gemacht und weiter entwickelt. Typisch ist die Geometrie als Fundament Hemings.
Seine vornehmlich aus Holz gefertigten Plastiken leben von Spannung, Statik, Quadraten, Kreisen, rechten Winkeln, von Naturwissenschaft, Geist, Inspiration und Kreativität. Mit Acryl setzt der 58-jährige Westfale farbige Akzente, die seinen Skulpturen eine mit dem Licht wechselnde Lebendigkeit verleihen.
Heming denkt, fühlt und spielt mit seinen Objekten womöglich der Einfluss eines Heerich-Freundes. Bei Holger Runge am Düsseldorfer Werkseminar wuchs Hemings Spielfreude und Experimentierfähigkeit im Umgang mit Puppen und Marionetten.
Runge war über Jahre in seinem Haus in Bovert Gastgeber der so genannten Radiergemeinschaft Osterath, in der so bekannte Sammler und Künstler wie Hans und Franz Joseph van der Grinten und die damaligen Akademie-Professoren Heerich, Rolf Crummenauer, André Thomkins, Franz Eggenschwiler unter anderem mit Gottfried und Martel Wiegand zusammen arbeiteten und feierten.
Manfred Bade ist im Ruhrpott geboren und aufgewachsen. Seit frühester Jugend entwickelt der feinsinnige Intellektuelle seinen Stil, über den er in vielen Gesprächen unter anderem mit Heerich und Professor Rolf Sackenheim reflektierte. Bade schwelgt in seinen Bildern geradezu verschwenderisch in Farben.
Der 47-Jährige ist kein Konzeptkünstler, sondern ein Schaffender, der Verborgenes transportiert, für den der Prozess des Malens einem Entschlüsseln des Seins gleich kommt: Ausdruck, Emotion, Seele, ja Glauben, Freude, aber auch Furcht und Schicksal hinterlassen Spuren in seinen Bildern.
Bade liebt das Tiefgründige in der Kunst und in der Kunst der Kommunikation. Als Initiator eines geistigen Diskurses in Ilverich verstand er es, Schwergewichte wie Professor Werner Schmalenbach (Kunstsammlung NRW), Dr. Volker Canaris (Schauspielhaus) und Walter Dahn (Mülheimer Freiheit) für eine Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum zu gewinnen.
Die Ausstellung "Quer-Schnitt" mit Malerei und Bildhauerei dauert bis zum 6. Mai. Zur Eröffnung am Freitag, 23. März, von 19 bis 21 Uhr spricht Sandra Sahlmen, Universität Aachen. Die Präsentation ist Samstag und Sonntag, 24. und 25. März, jeweils von 10 bis 17 Uhr zu sehen - anschließend nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 02162/1022405.