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von Birgit Gablowski
Veröffentlicht am 18.05.2009 Artikel drucken
Ausstellungskooperation
Less and more. The design ethos of Dieter Rams
Fuchu Art Museum Tokio
23. Mai - 20. Juli 2009
Eröffnung 22. Mai 2009
Die Design-Ausstellung „Less and More. The Design Ethos of Dieter Rams“ mit rund
500 Entwürfen, Modellen, Serienprodukten und Dokumenten wird am 22. Mai im Fuchu Art Museum in Tokio eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Suntory Museum in Osaka, dem Fuchu Art Museum und dem Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt. Gezeigt wird eine umfangreiche Retrospektive mit
Radio- und Phonogeräten, Küchengeräten, Elektrorasierern und anderen Gebrauchsgegenständen, die in den 50er bis 90er Jahren hergestellt wurden und deren Design einen weltweiten Bekanntheitsgrad erreichten. Für diese Wanderausstellung ist eine weitere Station in Europa geplant. Sie wird dann abschließend 2010 im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zu sehen sein.
„Diese Gemeinschaftsproduktion wird insbesondere in Japan, aber wohl auch auf den
anderen Stationen die momentane Diskussion über ein ‚Good Design’ befördern“, so
Prof. Dr. Klaus Klemp, Gastkurator der Ausstellungskooperation und Ausstellungsleiter des Museums für Angewandte Kunst Frankfurt. „Die von Dieter Rams entwickelte Designhaltung findet in Japan ein neues Interesse, denn viele Käufer finden sich in den heutigen, mehr am Marketingeffekt als am Gebrauch orientierten Produkten, nicht mehr wieder.
Funktionsorientiertes und dabei ästhetisches Gestalten ist in Japan aber nicht nur bei Insidern geschätzt, sondern vor allem bei jungen Leuten wieder populär“, so Klemp. Die Erfolge des amerikanischen „iPod“ des Unternehmens Apple haben den Blick auf ein deutsches Unternehmen gelenkt, das von den 50er bis 90er Jahren Designgeschichte geschrieben hat. Die 1921 in Frankfurt gegründete und heute in Kronberg ansässige Firma „Braun“ hat Radio-, Küchen- und Elektrogeräte hergestellt, die vor allem durch ihr Design weltweit bekannt sind und natürlich auch verkauft wurden. Bis heute ist Braun einer der größten Hersteller von Elektrorasierern und Körperpflegegeräten.
Prof. Dr. h.c. Dieter Rams, vom Beginn der 60er Jahre bis 1995 Chefdesigner und
Leiter der Designabteilung von Braun, hat mit seinem Team eine originäre
Designhaltung des Einfachen und Nützlichen entworfen, die lange Zeit schlechthin für
Deutsches Design stand. Braun Produkte haben sich durch eine hohe ästhetische
Qualität, durch eine ebenso technische wie visuelle Langlebigkeit, durch Selbsterklärung und uneingeschränkte Praktikabilität ausgezeichnet. Zur heutigen Diskussion über eine größere Nachhaltigkeit unserer Produktwelten passt diese Haltung mehr als gut, und jüngere Designer wie Jonathan Ive von Apple in den USA oder Jasper Morrison in Großbritannien und Naoto Fukasawa in Japan beziehen sich dezidiert auf die für sie vorbildliche Arbeit von Dieter Rams.
Die Ausstellung zeigt dabei auch, dass in Deutschland im ersten Drittel des 20.
Jahrhunderts viele Einflüsse von außerhalb zusammen gekommen sind, die ein
funktionales, „modernes“ Design begründet haben. Und es war nicht nur das Bauhaus, sondern z.B. auch das „Neue Frankfurt“, wo sich diese Ideen zu realen Produkten formten.
Der 1932 in Wiesbaden geborene Designer Dieter Rams war neben seiner Tätigkeit für Braun aber auch als Möbelgestalter tätig. 1960 gründete sich das Unternehmen
„Vitsoe“, das bis heute ausschließlich seine Entwürfe produziert. Sein Regalssystem
„606“ wird seit fast 50 Jahren hergestellt und erfolgreich verkauft. Sein Sessel „620“
steht nicht nur im Berliner Bundeskanzleramt, sondern in vielen Wohnzimmern und
Büros auf der ganzen Welt.
Das „Suntory Museum“ in Osaka bat daher vor drei Jahren den Ausstellungsleiter des
Frankfurter Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt, Prof. Klaus Klemp, an einer
großen Retrospektive über Dieter Rams als Gastkurator mitzuwirken. Die daraus
entstandene Ausstellung wurde im vergangenen Herbst erstmals in Osaka gezeigt und kommt nun ins „Fuchu Art Museum“ nach Tokio. Der ebenfalls in Frankfurt ansässige „Rat für Formgebung“, dessen Präsident Dieter Rams von 1988 bis 1998 war, hat die Schirmherrschaft über diese Ausstellungsreihe übernommen.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.angewandtekunst-frankfurt.de