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von Walter Khatchi
Veröffentlicht am 25.08.2010 Artikel drucken
28.08.2010 - 25.09.2010
mit wechselnden Werken
Arbeit, Energie, Lärm. Daran mag man denken, liest man den Titel der neuen Ausstellung in der art-cooperation, der aber schon auf den zweiten Blick deutlich sein Subtiles offen legt. Der Wechsel von Kunst steht hier im Vordergrund – zum einen zeitlich innerhalb von 14 Tagen, zum anderen durch das Zusammenbringen verschiedener Werke der Hamburger Künstlerinnen Vivien Thiessen und Annika Heine in dieser Gemeinschaftsausstellung.
„Schichtwechsel“ ist damit zugleich wörtlich der Wechsel von Schichten unterschiedlicher Motive und Materialien, der abwechslungsreicher nicht sein könnte. Arbeit, Energie, Lärm. Auch wenn diese Begriffe mit dem Ausstellungstitel nicht primär gemeint sind, spürt man sie in jedem der Bilder pulsieren. Zu einer Schicht gehört auch ein Feierabend. Zur Ruhe kommen lässt diese Ausstellung hingegen nicht – doch bietet sie Fluchtpunkte einer wohligen Auseinandersetzung mit dem, was unabdingbar ist: Jede Schicht ist mal zu Ende. In diesem Fall nach 4 Wochen.
Vivien Thiessen
Die Arbeiten der 1974 in Lübeck geborenen Hamburger Künstlerin beeindrucken durch ihre Vielfältigkeit sowohl im Motiv als auch in der Realisation. Ihr Sujet ist das Experiment und das Spiel mit dem, was uns vertraut ist. Sie zeigt uns die Welt oft in kleinen Situationen, die dann den Blick auf das Ganze öffnen.
Vivien Thiessen versucht, reale oder in der Fantasie entstandene Stimmungen und Bilder einzufangen, sie zu bewahren und dadurch auch anderen den Zugang zu diesen Stimmungen zu ermöglichen. Sie reizt dabei insbesondere die Wahrnehmung und die Wiedergabe schneller Veränderung, für die gerade das Urbane mit seinen vielfältigen Eindrücken und dicht bevölkerten Plätzen ideale Motive liefert. Der spontane Entstehungsprozess ihrer Werke schafft damit nicht nur ein Abbild, sondern wird zum Begleiter, zum Förderer, sogar zum Grund der Veränderung. Vivien Thiessens Kunst ist wach, frisch und radikal.
Annika Heine
Kontraste sind der Spannungsbogen in den Werken von „Frau Heine“, die sie klassisch in Acryl auf Leinwand, in Aquarell oder mit Marker oder mit dem Computer erstellt. Deckend-transparent, sauber-schmutzig, präzise-chaotisch, schön-häßlich, expressiv-intuitiv – dies sind die Gegensätze, die die Hamburger Künstlerin durch ihre Kunst in Einheit bringt. Mit großer Tiefe und durch konstrastreich gesetztes Spiel von Licht und Schatten.
In ihren Bildern verarbeitet Annika Heine Themen der Gesellschaft. Durch das Herausheben des Individuums hinterfragt sie Regeln. Zugleich sucht sie die Schönheit in dem, was als vermeintlicher Abfall und Verfall in der Gesellschaft gesehen wird und verwendet als Maßstab eben nicht die Perfektion, sondern die Individualität. Annika Heines Bilder stehen für sich selbst – und werden getragen von den persönlichen Erfahrungen, Ängsten, Abgründen und Zukunftsahnungen der Künstlerin in Folge einer Perzeption und Rezeption unserer heutigen Welt.
Auch einige Werke von
Sylvia Liard
Die in Hamburg-Eppendorf geborene Künstlerin, Sylvia Liard , ist nach einigen "schicksalsreichen" Jahren wieder dort angekommen, wo sie "sichtbar" Zuhause ist,.. in der Bildenden Kunst. Die Vielgestaltigkeit, die Widersprüchlichkeit, die Unsinnigkeit, der Zauber, die Tiefe, die Mystik, die Lebensfreude, die Sinnlichkeit und die Kreativität ihres Lebens spiegeln sich facettenreich in ihren Öl- und Tempera- Bildern, Collagen und Plastiken wieder und bannen den Betrachter.
Bei denen in mehreren Schichten aufgebauten meist abstrakten, collageähnlichen, von Licht durchfluteten Werken, sind Menschen, die eintauchen möchten, oft versucht, die organisch anmutenden Lagen imaginär zur Seite zu schieben und sich auf eine spannende, wundervolle Entdeckungsreise zu begeben, die ihre Seelen in Schwingung versetzt. Angst vor "dem Fremden" wich schon immer der Faszination, der Neugier und der Lebensfreude, die sich besonders in den stimmungsvollen, naturalistischen Franreich- Bildern manifestiert.
Sozialkritische Aspekte sind selten vordergründig in den Werken untergebracht, erschließen sich oft erst auf den zweiten Blick.
Öffnungszeiten
Di-Sa 12-19Uhr und nach Vereinbarung
Weiter Informationen finden Sie unter
www.art-cooperation.de