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von Birgit Gablowski
Veröffentlicht am 09.06.2009 Artikel drucken
Rays of Light
Rita Grosse-Ruyken
Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
18. Juni - 13. September 2009
Eröffnung: Mittwoch, 17. Juni 2009, 19h
Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt mit Rays of Light erstmalig die
Marksteine der bildnerischen Arbeit Rita Grosse Ruykens im Zusammenspiel mit dem
frühen Werk der Künstlerin. In einzelnen Installationen wurden ihre Arbeiten zuletzt in
New York und Dubai gezeigt - niemals zuvor gab es jedoch weltweit die Möglichkeit,
alle bisherigen Installationen der Künstlerin unter einem Dach zu sehen.
Rays of Light präsentiert die außergewöhnlichen Arbeiten der Rita Grosse-Ruykens in einer spektakulär minimalistischen Inszenierung in den lichtdurchfluteten Räumen des Richard Meier Baus. Die Multimediale Installation nutzt den Rhythmus der Architektur bis in das letzte Detail zur Erweiterung der Wahrnehmung.
„Im Rahmen einer einzigen Installation gelingt es Grosse-Ruyken mehrere
erstaunlich große Themen, die sich an vorderster Front des Kunstdiskurses seit
über 50 Jahren bewegen, anzusprechen: im Besonderen die Physikalität der
Objekte, die Wiederholung, das Licht, der Klang, die manchmal mehrdeutige Art
bei der Übermittlung von Bedeutungen geschriebener Texte und schließlich der
spirituelle Aspekt von Mathematik.“ (Toni Greenbaum, New York)
Exponat - Installation von Grosse-Ruyken
Mit Rita Grosse-Ruyken zeigt das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt eine charismatische Ausnahmekünstlerin, die mit maximaler Disziplin die Grenzen der
eigenen Persönlichkeit überwindet.
„Ihr Werk kündet von der Menschheit uraltem Interesse an Dingen von Schönheit. Der Künstlerin ist es gelungen, Wissenschaft, Technologie, Kunst und Vision zu verschmelzen.“ (Richard Hay, Dubai)
Die Künstlerin schafft unvergleichliche Werke aus reinem Gold und reinem Silber, den
klassischen Materialien der Goldschmiedekunst durch alle Epochen, die sie in die freie Form führt. Einzigartig auf der Welt sind Ihre atemberaubend fragilen Gold- und
Silberschalen. Ihre Wandstärke ist derart dünn, dass die Gefäße beim geringsten
Luftzug schwingen. Sie sind von einer Vollendung, die die Objekte in ihrer Materialität
aufzulösen scheint.
Rita Grosse-Ruykens Arbeiten formulieren Neuinterpretationen und Vernetzungen
unterschiedlicher Ebenen: Die Künstlerin bedient sich zwar aus dem Alphabet bekannter Materialien und Formen, deutet sie aber in ihren Werken konsequent neu. Die Schale, ein jahrhundertealtes Thema der angewandten Kunst, orientiert sich bei Rita Grosse-Ruyken noch an der Form der Schale als Behältnis, wird jedoch ihrer Funktionalität enthoben und zum Objekt im Sinne der Modernen Kunst abstrahiert.
Die Schalen-Skulpturen werden so zum Medium für ein Assoziationsspiel um Innen- und Außenraum, Membrane und Hülle, Körperlichkeit und Licht. Letztendlich wirken diese Kunstobjekte auf dieselbe Weise, wie etwa Wagners Walkürenritt: Die Faszination, die sie bewirken ist deutlich zu spüren, aber mit Worten nur begrenzt zu erklären.
Rita Grosse-Ruykens Gold- und Silberschalen
Diesen skulpturalen Arbeiten sind Werke vorangegangen, die die Gestalt von
Schmuckobjekten angenommen haben. Sie zeigen sich unabdingbar konsequent in der Gestaltungsidee und überraschen immer wieder durch ausgefallene
Formentscheidungen. Als Forschungsstationen nach den großen Fragen des Seins
beleuchten sie geistige Zusammenhänge in ihrer komplexen Vielschichtigkeit.
Zur Ausstellung erscheint ein - wie die Inszenierung der Ausstellung – exeptionell
gestalteter, zweisprachiger Katalog in zwei Cahiers. Der Katalog dokumentiert das
Oeuvre der Künstlerin in 40 zum Teil bislang unveröffentlichten Werken. Mit Beiträgen
von Hans Wichmann, Aloys Goergen, André Fischer, Friedrich Piel u.a. (280 Seiten, 50
Euro)
Weitere Informationen finden Sie unter
www.angewandtekunst-frankfurt.de