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Kunstreport: Termine, Ausstellungen, Neuigkeiten

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von Saskia Hammann

Veröffentlicht am 16.08.2011     Artikel drucken

Ausstellung: Armin Mueller-Stahl - Die Jahre werden schneller

Ausstellung: Armin Mueller-Stahl - Die Jahre werden schnellerArmin Mueller-Stahl ©Tabel-Gerster

Ausstellungsdauer: 13. September - 16. Oktober 2011
Vernissage: Sonntag, den 11. September 2011, 17.00 - 20:30 Uhr, Armin Mueller-Stahl ist Anwesend


In der Zeit vom 13. September bis 16. Oktober 2011 kann die Stadt Wetzlar wieder einmal mit einem großen Kunstevent auftrumpfen: Es ist gelungen, den bekannten Schauspieler, Musiker und Maler Armin Mueller-Stahl, für ein Ausstellungsprojekt zu gewinnen.

Armin Mueller-Stahl ist ohne Zweifel künstlerisches Ausnahme-Talent. Neben einer beeindruckenden Schauspielkarriere in Deutschland, Europa und Hollywood ist der ausgebildete Konzertgeiger erfolgreich als Musiker, Schriftsteller und auch als Maler. Seine intensiven Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen sind geprägt von individueller Handschrift mit sicherem Strich und großartigem Umgang mit Farbe. Die Ausstellung mit dem Titel Die Jahre werden schneller ist eine Kooperation des Kulturamtes Wetzlar mit dem Wetzlarer Kunstverein und der Galerie am Dom und ist auch an diesen drei Orten gleichzeitig zu besichtigen. Sie zeigt mit zahlreichen Gemälden auf Leinwand und Papier sowie in Grafik das herausragende Talent Mueller-Stahls als bildender Künstler.


Armin Mueller-Stahl - Vielfachgenie

Armin Mueller-Stahl gehört zweifelsohne zu den klassischen Mehrfachbegabungen der deutschen Kulturgeschichte wie Hermann Hesse, Oskar Schlemmer oder Günter Grass, um nur einige zu nennen. 1930 in Tilsit geboren, wird er in einer kultursensiblen Familie groß, bei der Malen, Schauspielern und Musizieren zum Umgangston des Alltags gehören. Kein Wunder also, dass der Künstler als drittes von fünf Kindern kulturelles Tun als Habitus in sein Leben übernommen und das künstlerische Talent des Vaters nicht nur aufgenommen, sondern vervollkommnet hat.

Seine Begabungen sind kulturell ubiquitär. Nichts klammert er dabei aus, im Gegenteil: In allem ist sein Schaffen mit großer Genialität behaftet. Der ernsthafte Beginn der Malerei als eigenständige Werkgruppe wird in der Literatur mit dem Jahr 1951 angegeben. In diesem Jahr begann Armin Mueller-Stahl auch Schauspielunterricht zu nehmen. Zwei Jahre zuvor hatte er mit dem Musikstudium angefangen, nachdem er zuerst an einer Schauspielschule wegen mangelnden Talents nicht angenommen wurde. Welch unglaubliches Fehlurteil!

Verfolgt man die historische Abfolge dieser verschiedenen Ausbildungs- und Interessenbeginne, wird eines offenbar: Alle Talente, Fähigkeiten und begnadeten Handlungen Mueller-Stahls fließen ursprünglich aus einer Quelle – der des Genies. Und, das ist wesentlich im Oeuvre dieses Künstlers, sie bestehen immer parallel. Schon immer haben mich die Drehbücher Mueller-Stahls fasziniert, die Seite um Seite farbüberquellend sowohl dem Textstudium als auch der Malerei dienen, denn dort findet keine Trennung statt, alles geht ineinander über. Schlussendlich auch die Themen und Motive, wie zum Beispiel die Schauspieler- oder Autorenporträts. Denn wie der tanzende Strich die Dargestellten in einer unglaublichen Leichtigkeit und Brillanz wiedergibt, zeigt, wie sehr Ansinnen und künstlerisches Tun bei Mueller-Stahl einhergehen.

Während der Künstler anfangs seine Malerei mit den Worten „das Zeichnen fiel mir so leicht, ich dachte, alles, was einem leichtfällt, ist nicht bedeutend" abtut, wird doch bei ersten Präsentationen seines malerischen Werkes klar, dass sich hier etwas ganz Besonderes, etwas Eigenes auftut. Denn im Umgang mit Farbe offenbart sich der für einen Künstler immer geforderte Stil der Eigenheit, und der wird hier mehr als offenbar. Gerade weil ihm, wie er es selbst sagt, das Zeichnen leichter fällt als das Schauspielern, zeigt sich der Wert dessen, was er bildnerisch darstellt: ein Oeuvre großer individueller Handschrift mit sicherstem Strich und großartigem Umgang mit Farbe.

Armin Mueller-Stahl gelingt, was nur wenige schaffen: Parallel zu einer beeindruckenden Schauspielkarriere entsteht ein ebensolches Bildwerk, das bereits an wichtigen Ausstellungsorten begeistert gefeiert und betrachtet wurde: Im Filmmuseum Babelsberg in Potsdam und im Buddenbrookhaus in Lübeck gezeigt, erregte es großes Aufsehen beim Fachpublikum und bei der Kunstkritik.

Um noch einmal auf diese Ausstellungen sowie die farbwuchernden Drehbücher zurückzukommen: Gerade hier erkennt man, dass Malen und Zeichnen für den Künstler kein einfaches Nebenbei sind, sondern das, was alle großartigen Maler immer getrieben hat und ohne das sie nie ihren Platz in der Kunstgeschichte erreicht hätten: Leidenschaft. Mit großer Achtung sieht man auf das, was es ist: große Malerei!

Text: Michael Marius Marks


Weitere Informationen finden Sie unter
www.wetzlarer-kunstverein.de
www.galerie-am-dom.de

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