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Veröffentlicht am 31.10.2006 Artikel drucken
Das Deutsche Tanzarchiv Köln erinnert mit einer Ausstellung im Tanzmuseum an Anita Berber
Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur, Tanzmuseum,
Im Mediapark 7 (3.OG), 50670 Köln - Ausstellungslaufzeit: 28. Oktober 2006 bis 4. März 2007
Als Tänzerin überschritt Anita Berber (1899 - 1929) alle Konventionen - Leidenschaft und Provokation auf der Bühne führten zu Strafverfahren aber auch grenzenloser Verehrung durch das Publikum. Ihr Alkohol- und Drogenkonsum, ihre sexuellen Affären wurden zum Stadtgespräch. Die Grafikerin Charlotte Berend-Corinth und der Maler Otto Dix portraitieren sie - sogar Porzellan-Figurinen entstanden nach ihren Tänzen.
Anita Berber (1899-1828), Deutsches Tanzarchiv Köln
Der kometenhafte Aufstieg von Anita Berber fiel mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Anfang einer gesellschaftlichen Befreiung, die durch die neue Demokratie in Deutschland möglich wurde, zusammen. Anita Berber tanzte auch nackt - so aggressiv und sinnlich, wie man es bis dahin noch nie gesehen hatte.
Ihre Tanzabende hießen "Tänze des Lasters" und "Tänze der Ekstase" - ’Kokain’, der Name eines ihrer Tänze wurde Programm: das Leben ein immer währender Tanz, ein scheinbar ewig währender Rausch. 29-jährig starb Anita Berber im November 1928 in Berlin.
Die Begegnung Anita Berbers mit dem Tänzer, Lyriker und Maler Sebastian Droste im Jahr 1920 führte nicht nur zu einem gemeinsamen Tanzabend mit dem Titel "Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase" sondern auch zu einer gleichnamigen bibliophilen Publikation, die 1923 in einer Auflage von 1000 Stück im Wiener Gloriette-Verlag erschien. Der Band vereint Gedichte des Tänzerpaares mit Zeichnungen und Skizzen von Anita Berber, Sebastian Drostes theoretische Überlegungen zum "Tanz als Form und Erleben", Fotografien des Tänzerpaares sowie Bühnenbild- und Kostümentwürfe.
Die Ausstellung präsentiert neben ausgewählten Fotografien, Lithographien und Dokumenten aus der Anita Berber-Sammlung des Deutschen Tanzarchivs Köln erstmalig die Gedichte des Tänzerpaares sowie Auszüge aus "Der Tanz ins Dunkel" einem biografischen Roman über Anita Berber von Leo Lania aus dem Jahr 1929.
Geöffnet täglich außer mittwochs von 14-19 Uhr,
montags freier Eintritt.
Weitere Infos unter www.sk-kultur.de/tanz ; Tel.: (0221) 226 57 57
Bücher von und über Anita Berber hält die Bibliothek des Deutschen Tanzarchivs Köln im Rahmen ihrer Öffnungszeiten (dienstags, 10-19 Uhr, mittwochs und donnerstags, 10-16 Uhr) für Sie bereit.