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von Katharina Knieß
Veröffentlicht am 09.09.2008 Artikel drucken
Walter Horst Priebst: „Lebenswerke“ - Malerei und Silberobjekte
im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung:
ARTE QUATTRO - Zeitgenössische Kunst
(Erasmo Amato, Angela Bassano, Paul Pfennings, Walter Horst Priebst)
Orangerie im Englischen Garten (Englischer Garten 1a, Zugang Tivolistraße)
Vernissage: 18.09.08, 19.00 Uhr
Ausstellung: 16.09.-29.09.08
geöffnet: Mo - Fr 15-19 Uhr, Sa und So 11-19 Uhr
Traute Annies-Priebst zeigt im Rahmen der von Erasmo Amato initiierten Gemeinschaftsausstellung ARTE QUATTRO einen kleinen Querschnitt durch das Schaffen ihres Mannes Walter Horst Priebst. Der Maler und Silberschmied wurde 1922 in Olbernhau im Erzgebirge bei Dresden geboren, er starb 2005 in München (Homepage ).
In den Kriegswirren absolvierte er ein Kunststudium in Dresden und Hamburg. Anschließend zog es ihn nach seiner Flucht in den Westen (1950) mit einem Umweg über die USA nach Mexiko - dieses Land mit seiner reichhaltigen Kultur war für ihn eine Liebe auf den ersten Blick. Dort ließ er sich 1967 mit seiner Familie in Taxco de Alarcón (Bundesstaat Guerrero) nieder, um erst 1983 nach Deutschland zurückzukehren.
Seine Kunst traf Mexiko ins Herz
In seiner neuen Heimat ließ er sich intensiv auf die dortige Kultur ein. Seine Silberarbeiten (Emaille, Cloisonnée) wie auch Malerei und Zeichnungen nehmen Motive der traditionellen mexikanischen Kunst und Mythologie auf. Seine Arbeiten treffen seine Gastgeber im wahrsten Sinne des Wortes ins Herz: Sein „Mexikanisches Herz“ ging in etlichen Ausstellungen um die Welt. Neben vielen anderen Institutionen zeigten das Kapstädter Groote Schuur Hospital und das Texas Heart Institute in Houston großes Interesse am „Corazón de México“ - doch schließlich ging es, wie etliche andere Arbeiten auch - in mexikanischen Staatsbesitz über. Das Werk rief auch in der Presse ein einzigartiges Interesse und großes Aufsehen hervor.
Bekannt bis Hollywood
Über seine Werke schrieben Medien in Mexiko und den USA. So widmete ihm das Los Angeles Times Home Magazine im November 1973 eine halbe Seite, seine Emaille-Arbeiten waren bis ins New Yorker „Village“ gefragt. 1976 präsentierten die „Eastern Airlines“ Priebsts Schmuck als repräsentativ für aktuelle mexikanische Kunst in seinem Fahrplan für Mexiko-Flüge. Sein Schmuck und auch seine Bilder waren bis nach Hollywood bekannt - so kauften Lee Marwin und Richard Burton, als er in Taxco drehte, Gürtelschnallen und Bilder des Künstlers.
Kreta: Neuanfang in Europa
Nachdem er Mexiko 1983 in Richtung München verließ, richtete sich der Künstler gemeinsam mit seiner zweiten Frau, Traute Annies-Priebst, auf der griechischen Insel Kreta 1991 einen zweiten festen Wohnsitz ein. Hier entstanden etliche von der neuen Umgebung inspirierte Bilder. Priebst liebte die Sonne und die wilde Landschaft, die im Charakter der mexikanischen nahe kam. Seine Frau erzählt: „Mein Mann erarbeitete bereits in Mexiko mit Emaille (Cloisonnée) Motive aus der griechischen sowie aus der kretisch-minoischen Mythologie. Also war es naheliegend, auch auf Kreta zu leben.“
Walter Horst Priebst: Kurzvita
28.09.1922 geb. in Olbernhau
1936-1939 Ausbildung als Gardinenzeichner / Lehre als Musterzeichner in Dresden
1940-1945 Tätigkeiten als Porzellanmaler und Kartograf in Dresden
1947-1950 Kunsthochschule Dresden und Landeskunstschule Hamburg
1956 Auswanderung in die USA mit Frau Anneliese
1967-1983 freiberuflicher Künstler in Taxco, Guerrero und Puebla
international Ausstellungen, diverse Auszeichnungen
1973-1975 Kunstdirektor in einer Keramik- und Porzellanfabrik in Taxco
1974 Teilnahme an der Feria Mundial de la Plata, Mexico City
1978 Einladung zur „Educational Exhibition on Enameling“ durch University of California, San Diego, Main Library sowie Ausstellung in Galerie
1983 Rückkehr nach Deutschland
ab 1983 Ausstellungen in Paris, Baden-Baden, München, Herrsching
24.07.2005 Priebst stirbt in München
Beteiligung an 5. Auktion von fineart, Dresden: 06.09.08 (www.auktionshaus-fine-art.de)
Nächste Einzelausstellung: 17.03.-03.04.09 im Kunstverein Ottobrunn (www.kunstverein-ottobrunn.de)