Die absurd-schönen Bilder von Navitrolla. Navitrolla ist der Name eines Malers, auch wenn er auf den ersten Blick klingt, wie der Name eines Charakters aus einer Kindergeschichte über phantastische Welten. Navitrolla gehört nach meinem Verständnis zu den guten Künstlern der Moderne. Gute Künstler sind vor allen Dingen produktive Menschen. Sie beherrschen ihr Handwerk so gut, dass sie ihrer eigenen Kreativität nicht im Wege stehen. Navitrolla ist einer, der unaufhörlich schafft und schafft, mit einer echten oder scheinbaren Leichtigkeit - egal - das Ergebnis sieht immer leicht aus.
Viele haben versucht, seine Kunst zu lokalisieren, in eine Ablage zu stopfen - das liegt in der Natur. Um mit einem Ding umgehen zu können, müssen Dinge ein Schildchen bekommen, auf dem klipp steht, um was es sich dabei handelt. Die Schildchen, die man Navitrollas Kunst gab, heißen: “Naive Malerei” oder irgendwo in der “Peripherie des Surrealismus”. - Navitrolla ist damit einverstanden. “Just as everything gets mixed and more homogeneous today, Navitrolla’s art is also a mixture of the past, the present and the overall globalization.”, sagt er. Für ihn fließt alles. Das ist so eine weitere Sache, die Künstler zu guten Künstlern machen: sie sind entspannt und machen ihr Werk, ohne die Angst davor, von anderen darauf festgenagelt zu werden. Ohne kindischen Profilierungsdrang und ohne den verkrampften Wunsch, verstanden werden zu wollen.

“Ka sina, tigu! / Sogar du, Schnecke!” - Kaltnadelradierung 1996, Navitrolla
Seine interessante Webseite birgt viele Geschichten über ihn. Zum Beispiel die, wie er Künstler wurde: Navitrolla bewarb sich mehrmals an der Kunstakademie und scheiterte immer wieder an den Aufnahmeprüfungen, woraufhin ihm schließlich einer der Professoren sagt: “Junger Mann, Sie sind bereits Künstler, was wollen Sie also von uns?” - Nachzulesen im kurzweiligen Artikel “How I became an artist“.