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Kunst- und Kultur-Blog der Redaktion Galerien Virtuell.


Hundert Dinge, die ich persönlich zum Leben brauche

Der Style-Kai hat eine gute Idee ins Deutsche übersetzt. Er lädt jeden dazu ein, seine Wohnung von Gerümpel zu befreien und sich eine Liste mit 100 Dingen zu sammeln, die einem persönlich im Leben wichtig sind. Alle Dinge, die nicht auf der Liste stehen, stehen uns damit auch nicht mehr zur Verfügung.
Ein interessanter Gedanke.

Ich habe nur ein Problem: meine Wohnung ist gar nicht voller Gerümpel, wenn sie von etwas birst, dann von Büchern. Damit bin ich schon bei dem ersten Punkt meiner Liste mit Hundert Dingen, die ich persönlich zum Leben brauche. Übrigens: ich zweifel jetzt schon, ob ich Hundert Dinge zum Leben brauche. Mal schauen.

  • 1. Bücher (wie ordinär! ich weiß.)
  • 2. Alle Dinge, die ich in die Küchenspüle oder die Waschmaschine legen kann (Tschüss Ihr Hemden und Anzüge, Euch habe ich noch nie in die Spüle oder die Waschmaschine gelegt!)
  • 3. Mein PC (ob ich den wirklich brauch, weiß ich noch nicht, aber ich lass ihn mal stehn, für den Fall, dass ich diese Liste fortsetzen möchte.)
  • 4. Musik (aber nicht als Konzert, das ist etwas für Leute mit Affinität zur Popkultur, mich interessieren nur Konzerte, in denen grundsätzlich alle sitzen. - Ja doch frère Jaques Loussier und deine Concerti in F Minor, du hast Platz in meiner CD-Ecke, du auch Bach, A-Rühm und Samy ihr seid ebenfalls Deluxe.)
  • 5. Bett (ohne mein Bett verlasse ich nicht die Wohnung.)
  • 6. Bio-Supermarkt (nicht wegzudenken aus meiner Küche.)
  • 7. Freundin (es ist schwer, auf sie zu verzichten.)
  • 8. TV-Fußball (ist mir erst eingefallen als ich an die Freundin dachte. Eine merkwürdige Kopplung.)
  • 9. Meine Kunstsammlung (all die Magrittes und Schwitters, die ich auf meinem PC habe.)
  • 10. Erinnerungsfotos (die brauche ich nicht zum Erinnern, sondern zum Angucken.)
  • 11. Meine Zimmerpflanze (Mein Haustier. Sie hat schon so viele Dürreperioden überstanden, mittlerweile glaube ich, sie ist ein Kamel. Blüht immer wieder auf, wenn man ihr ‘n Keks gibt oder Wasser vun Kölle. Wenn das so weiter geht, wird aus ihr ein Familienerbstück.)
  • 12. Cremekaffeemaschine (Ein Tag ohne Kaffee ist ein verlorener Tag - so etwas zu behaupten würde ich nicht wagen. )
  • 13. Persönliche Lebensmotti (Sie nehmen nicht viel Platz weg in der Wohnung, können gleichzeitig dekorativ sein. z.B. das Motto “Das Gegenteil von Liebe ist Angst” kann ich gut ins Regal stellen: stimmt und sieht gut aus. )
  • 14. Verhütungsmittel (Obwohl sie nicht viel Platz wegnehmen, können sie dazu beitragen, viel Platz in seiner Wohnung zu sparen. - Der falsche “Hype”, der seit einiger Zeit um die “Familie mit Kindern” gemacht wird, ist eine verlogene Angelegenheit. Sie ist nicht etwa “familien- und kinderfreundlich” gemeint, sondern man ist um seine Rente besorgt. Nun geht man hin und bekämpft falsche Ursachen mit falschen Mitteln. Angesichts der Überbevölkerung der Erde müssten die Kinderlosen steuerlich bevorzugt werden, nicht umgekehrt. Was nur kinderfreundlich wäre, da die Welt länger Bestand hätte. Kinder sind private Angelegenheiten, man kann mit steuerlichen Anreizen die Geburtenrate nicht regulieren. Wer aus finanziellen Gründen sich zur Zeugung hinreißen lässt, ist ohnehin eine soziale Belastung für die Gesellschaft - und in der Regel zeugt er eine weitere. - Etwa 1933 bis 1945 glaubte schon ein mal jemand, der Staat müsse sich der Kinder annehmen. Eltern, lasst den Staat nicht nach euren Kindern grabschen - es geschieht stets in lüsterner Absicht.)
  • 15. Koffer, ordentlicher (Nicht nur muss man die Wohnung von Unnützem frei halten. Manchmal ist man selbst unnütz in der Wohnung, und sollte für ne Weile verreisen. Gut, wenn man dann einen ordentlichen Koffer hat.)
  • 16. Festnetztelefon (Ich habe neulich die Nützlichkeit des Telefons entdeckt. Beim Staubwischen stieß ich in der Ecke auf ein sog. Telefontischchen, dort stand so ein Ding drauf, das regelmäßig unterbrochene Piepe macht, wenn mans ans Ohr hält. Fachleute nennen es Festnetztelefon. So ein Telefon kann ich nur weiterempfehlen. Kann eine gute Ergänzung zu Emailing, Simsenning, Googletalking, Netzwerking und anderen Ings sein.)
  • 17. Jalousien (Erspart nachbarliche Blicke des abends, wenn die Lampen geöffnet sind. Was ich esse, geht nur mich was an. Umgekehrt ersparen sie mir den Blick auf das Elend meiner Nachbarn. Das mit dem Elend ist natürlich reine Schmutzpoesie, ich weiß ja gar nicht, wies bei den Nachbers aussieht, hab ja die Jalousien.)
  • to be continued

Nach Tagen der Sammlung der Dinge, die ich zum Leben brauche, stelle ich fest, dass ich 100 Dinge dieser Art nicht finden kann. Ich gehe weiter und behaupte: Niemand braucht 100 Dinge unbedingt zum Leben. Vielleicht benötigt diese Paris Hilton ein paar Dinge mehr als ich. Aber da sie weder bis 100 zählen kann, noch schreiben, würde auch sie niemals 100 Punkte zusammenbekommen. - Kai, ich geb dann mal auf, nech. Aber danke für die Anregung, es hat Spaß gemacht.

Habe ich eben in meinem Blog Paris Hilton erwähnt? Ich möchte mich hiermit für diese Geschmacklosigkeit bei mir selbst entschuldigen, denn ich selbst bin dabei der Leidtragende.


Dieser Artikel wurde am 20.09.2007 um 15:02 Uhr in der Kategorie Uncategorized verfasst.



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