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Kunst- und Kultur-Blog der Redaktion Galerien Virtuell.


Tiere in der Kunst - Tiere in der Gunst?

Das Mal-Motiv Tier ist vermutlich so alt wie die Malerei selbst. Die Höhlenmenschen ließen sich deutlich öfter von Tieren zu ihren Werken inspirieren als von Menschen. Die spätere Kirchenkunst, deren eigentliches Wesensmerkmal die Zentrierung des Menschen als Sahnehaube der Schöpfung war, konnte auf Tierdarstellungen nicht verzichten.

Die Geburt Jesu fand unter Tieren im Stall statt, das macht die Schafe und Rinder Gottes auf Krippendarstellungen unentbehrlich. Die Biblische Taube, aus der später das Bild der Friedenstaube erwuchs, ist ebenso oft Bestandteil kirchlicher Malerei wie die obligatorische Herde von Schafen mit Jesus als deren Führer im Vordergrund. Um von den soften Tieren abzukommen: ebenso populär sind die Prädatoren Schlange, die Verkörperung des Bösen, und der Löw’ als Symbol für die Kraft Gottes.

Der röhrende Hirsch an der Wand ist ein must, wie man auf Neuhochdeutsch sagt, in jedem Wohnzimmer im Stile des Gelsenkirchener Barock. Das Tier, wie man auf Althochdeutsch sagt, ist wie kaum ein anderes Objekt in der Kunst zu Symbolhaftigkeit verwurstet worden: Klees “Rotgeflügelte Sumpfhühner” und “Der Blaue Reiter”, Dürers Rhinozeros, Goyas spielender Knabe mit Vogel und drei Katzen, Leonardos “Dame mit Hermelin”, “Der Tiger” von Franz Marc usw. usf. … bis zu den Malereitreibenden Kaffeekranzfreundinnen meiner Mutter, die sich unermüdlich an Neuinterpretationen von Hund, Katze, Pferd versuchen.

Tiere Kunst
Der neue Trend in der Wandschmuckszene: “Die röhrende Oma und ihre Kidse”.

Der Betreiber der Webseite www.tiere-kunst.de.vu hat sich die Mühe gemacht, etwa 1.000 Tiermotive zusammenzustellen, sie nach Anlass zu sortieren und sie als E-Card anzubieten.

Die Webseite www.onlinekunst.de/tiere bietet ein relativ umfangreiches Feature mit vielen Bildern zum Thema Tiere in der Kunst.

Ein anderes Fundstück aus dem Netz hat mit Kunst nichts zu tun, ist sozusagen art-fremd, wie man auf Neuhochdeutsch sagt, umso mehr jedoch mit Tieren. In dem branchenbuch-deutschland.com habe ich neulich die kuriose Branche “Tiere töten” entdeckt. Sicherlich eine Branche mit langer Geschichte und toller Zukunft mit zweistelligem Wirtschaftswachstum.

Da die deutsche Alltagssprache das Wort „töten“ gerne meidet, erst Recht würden die Gelben Seiten in ihrer Branchenauskunft diesen Ausdruck unmöglich finden, nehme ich an, dass das besagte Branchenbuch die Namensgebung bewusst ironisierend nutzt, um den zu Euphemismen neigenden Schlachthof-, Jäger- und Angler-Industrien einen sidekick zu verabreichen, wie man auf Neuhochdeutsch sagt.


Dieser Artikel wurde am 26.07.2007 um 14:19 Uhr in der Kategorie Fundstücke verfasst.



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