Eigentlich ist dies ein Kunstblog, Politik interessiert hier nur privat, nicht hauptberuflich. Wenn jedoch jemand annimmt, Politik und Kunst stehen in keinem Zusammenhang zueinander, so hat er von beidem keine Ahnung.
Als eine der ersten politischen Maßnahmen Stalins, war es, die Kunst zu vereinnahmen. Hitler hatte auch seine eigene Vorstellung von Kunst, die dann für einige Jahre allein maßgebend war in Deutschland. Der DDR war ebenfalls sehr an der Kunst gelegen.
Jedoch keiner der gefeierten Künstler dieser Zeit (ob in Russland oder Deutschland/DDR) hat eine irgendwie nachhaltende Bedeutung in der Kunstgeschichte erlangt (Ausnahmen sind förderlich für die Regeln: Sergei Eisenstein z.B., aber er war im Grunde ein Kind der vorkommunistischen Zeit).
Nun kommt Schäuble angerollt und will die von seinem Vorgänger Otto Schily gestellten Weichen für einen totalitären Überwachungsstaat weiter ausbauen. (Um Gottes willen, Deutschland, ein totalitärer Staat, so ein Unfug!!!, schreien jetzt einige. Jaja, ist klar, Deutschland ist eine Demokratie, in der jeder Mensch frei ist, wo die Menschen den Staat ausmachen, nicht der Staat die Menschen, auch macht die Wirtschaft keine Politik, es gibt keine Lobbyisten, die die Energie-Preise diktieren, keine asozialen Siemensvorstände, keine VW-Affären, keinen Sozialabbau, und überhaupt keine Anzeichen von Menschen verachtendem Verhalten seitens der Politik … mmm, sorry, wollte nicht stören, träum weiter.)
Was Schäuble vorschwebt, ist ein Szenario, in dem sich der Bürger dem Staat unterordnet, indem er seine Privat- und andere sphären, seine Individualität zugunsten des Informationshungers einiger Leute, die glauben, dass sie der Staat sind. Was heute der RFID-Chip werden soll, hieß früher Stasi-Spitzel. Der Grundgedanke hinter der Überwachung weist deutliche Parallelen zum Stalinismus, Nazi-Deutschland und DDR auf: der Bürger ist zuallererst eine potentielle Bedrohung für den “Staat”, er muss deshalb überwacht und kontrolliert werden.
- Schäuble, alter Junge, was du vorhast, ist nicht neu, sieh das ein, es ist nicht anders als der Beginn einer gleichgeschalteten Gesellschaft. Wo hatten wir nochmal die Gleichschaltung? Süßer, sei doch bitte ein Mal ab dem dritten Brustwirbel ab- und nicht aufwärts gelähmt, dann siehst auch du ein, dass das, was du vorhast, das Böse ist, das der Mensch seit jeher gefürchtet: die Unfreiheit des Individuums. - Um etwas total CDU-mäßiges zu sagen, weil etwas Bilblisches: Wehret den Anfängen.
Die Idee, die Sch. vorschwebt, hat ein Blogger unlängst pointiert als Stasi 2.0 bezeichnet. Und eine passende Schablone zum Download bereitgestellt. Wort und Schablone zeugen von Kreativität und Begabung des Schöpfers, die Kürze, in der er das Problem auf den Punkt bringt, ist ein Gedicht.
Vor einigen Jahren, es gibt noch lebende Augenzeugen, machte die Losung “Wir sind das Volk” die Runde. Heute könnte sie lauten “Wir sind der Staat”. Ja doch Schäuble, auch du bist Deutschland, aber nicht du alleine. Niemand will dich ausschließen, aber halte dich bitte an die Regeln, die in Deutschland herrschen, dann haben dich alle wieder lieb. - Die Angst als Mittel der Politik zu gebrauchen, ist unanständig. Wo Angst herrscht, ist die Liebe nicht. Wo Angst ist, sind Krampf und Stresssymptome.
Wir wollen den Kreis schließen: Angst frisst Kunst auf.