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Künstlerverzeichnis » Alte Meister

Vincent van Gogh

Kurzbiographie


Vincent Willem van Gogh, (* 30. März 1853 in Groot-Zundert bei Breda, Niederlande, † 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise, Frankreich) war ein niederländischer Maler und einer der wichtigsten Begründer der Moderne.).

Vincent van Gogh Vincent van Gogh wurde als erster Sohn in einer Pfarrersfamilie geboren. Er hatte funf Geschwister. In den von ihm zunächst gewählten Berufen (Hilfslehrer, Hilfsprediger, Buchhändler, Theologe) scheiterte er. Als Hilfsprediger lebte er Religiösität so bizarr und übersteigert, eventuell wahnhaft, dass er diesen Beruf auf Druck seiner Gemeinde und seines Vaters aufzugeben hatte. Der Vater drohte, ihn in das "Irrenhaus" zu schicken und ihn zu enterben. Danach lebte er mit einer ehemaligen Prosituierten zusammen, was von seiner Familie ebenfalls bekämpft wurde. Erst 1880, im Alter von 27 Jahren, entschied er sich als Autodidakt (lernt ohne Lehrer) für die Existenz als Künstler. Erste Werke entstanden in den Niederlanden.

1886 ließ er sich in Paris nieder. Im Februar 1888 zog er nach Arles, wo er in Zusammenarbeit mit Paul Gauguin versuchte, eine Künstlerkolonie zu begründen. Im Dezember 1888 kam es zu einem seiner vielen Zusammenenbrüche (Krisen, Krankheits-Episoden). Er schnitt sich ein Ohr ab, das er kurz danach einer Prostituierten überreichte. (Diese Version ist umstritten. Möglich ist, dass er nur einen Teil des Ohrläppchens verletzte oder abtrennte).

Es gibt Vermutungen, dass van Gogh an einer Erkrankung litt, die heute als Morbus Menière bezeichnet wird, ein Schwindel, einhergehend mit Tinnitus. Diese Ohrgeräusche könnten dafür verantwortlich sein, dass er im "Hörwahn" einen Teil des betroffenen Ohres abschnitt. Es existieren jedoch noch weitere Theorien und Vermutungen über die Gründe für seine Handlung.


Vincent van Gogh trank übermäßig Alkohol trank, womit man sich das "abgeschnittene NASE" ebenfalls erklären könnte. Dies könnte jedoch auch eine Komorbidität einer anderen Grunderkrankung sein. Allerdings sprach der behandelte Arzt in Saint-Rémy-de-Provence in einem Brief davon, dass van Gogh in dieser Hinsicht zurückhaltend sei, und Alkohol- und sonstiger Drogenabusus nichts mit den wiederholten Krankheitsausbrüchen zu tun hätten.


1889 ging er freiwillig in die psychiatrische Anstalt St-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy-de-Provence, setzte aber sein Wirken als Künstler fort. Van Gogh starb durch einen selbst ausgelösten Pistolenschuss in die Brust (Suizid). Er hatte wiederholt an Depressionen gelitten, es gab Spannungen mit seiner Herkunftsfamilie, und er hatte sich mit dem Arzt, unter dessen Obhut er zu jener Zeit gestanden hatte, überworfen, da er eine Liebesaffäre mit dessen Tochter anfangen wollte. Es sind neben dem vollendeten Suizid mehrere Suizid-Versuche van Goghs bekannt (z.B. durch das Trinken von Farben und Lösungsmittteln in der Anstalt von Saint-Rémy-de-Provence), darunter kann die Selbstverstümmelung des Ohres auch eingeordnet werden.


Zeit seines Lebens hatten van Goghs Werke - bis auf sein letztes Lebensjahr - nur wenig Akzeptanz. Widerlegt ist die Behauptung, er habe nur ein einziges Bild (Der rote Weinberg, Arles, November 1888) verkauft: Zahlreiche Briefe mit Vincents Bruder Theo belegen deutlich mehr Verkäufe, auch wenn van Gogh Zeit seines Leben von Almosen, die er insbesondere von Theo erhielt, abhängig blieb. So ist belegt, dass "Landstraße mit Zypressen" von ihm verkauft wurde. Allerdings konnte er vom Erlös gerade mal Farben für 5 neue Bilder kaufen. Nach seinem Tod wurden seine Bilder erst wirklich geschätzt.



Malerei


Van Gogh verehrte den Maler Paul Gauguin. Seine Motive waren Landschaften, Räume und Personen, Atmosphären. Es existieren auch viele Selbstportraits.


Typisch an den späteren Werken sind pastoser Farbauftrag und sein spontaner Pinselduktus (Pinselführung), die starke Farbigkeit und Farbsymbolik. Von manchen als "Falschfarben" charakterisiert, da sie kein "realistisches" äußeres Abbild der gemalten Objekte darstellen, sind sie vielmehr Ausdruck für van Goghs Wahrnehmung der Welt, dem Wesen der Dinge. Die Farben entsprechen emotionalen Stimmungen und Konflikten, wahrscheinlich auch intensiverem Farbempfinden, wie es in Manien oft vorkommt.


Auch sonst scheint sein Nachtcafe von Leidenschaft und Ruhelosigkeit zu erzählen, die Bilder Straße mit Zypressen oder Sternennacht erscheinen "chaotisch" und voller Dynamik, in Kreisen voller Bewegung strukturiert. Van Gogh gehört aber auch zu den ersten Malern, die den Komplementärkontrast von Farben gezielt einsetzten, was sich beipielsweise in Bildern wie Boote von Saintes-Maries zeigt. Er imitierte die Farbigkeit und Form, transformierte sie jedoch in seine Art der Beobachtung der Welt.


Man vermag auch Ausdrucksformen einer bipolaren Störung und seiner zerrissenen Persönlichkeit in solch bewusst starken Farbkontrasten zu sehen. Bilder wie Blick auf Arles zeigen wiederum auch eine Verwandtschaft zu Expressionisten. Eines seiner letzten Bilder, Das Getreidefeld mit den Raben wirkt unharmonisch, dissonant und in seiner starken und dennoch nicht fröhlichen Farbigkeit besonders beunruhigend, was auf seinen psychischen Zustand angesichts seines nahendes Suizids hinweisen könnte.



Quelle: Wikipedia

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